Viele Ubuntu-Neulinge werden sich vielleicht fragen, wie die Zusammenstellung eines Betriebssystems wie Ubuntu überhaupt finanziert werden kann. Schließlich kostet Ubuntu für den Endverbraucher keinen Cent. Ein CD-Image kann kostenlos heruntergeladen werden. Deshalb möchte ich heute der Frage nachgehen: Wie verdient Canonical Geld mit Ubuntu?

Canonical Ltd. ist die Firma hinter Ubuntu, die Entwickler, Designer und Verwaltungsmitarbeiter dafür bezahlt, dass sie bei Ubuntu mitarbeiten. Doch wer bezahlt diese Leute und alle anderen Kosten, wie Server, Marketing usw.? Bis heute schreibt die Firma verlässlich rote Zahlen und könnte ohne Sponsoring des Multimillionärs Mark Shuttleworth nicht existieren. In den letzten Jahren versucht Shuttleworth jedoch verstärkt neue Einnahmequellen zu entdecken, damit Ubuntu sich irgendwann selbst trägt.

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Kostenpflichtiger Support

Canonical bietet kostenpflichtige Ubuntu-Unterstützung für Firmen und Privatpersonen an. Angeboten werden Desktop-, Server- und Cloud-Support.

Die Preise für Desktop-Support sehen wie folgt aus:

Canonical Support für Desktop-Installationen

Die Preise für Server-Support sind ungleich höher. Bis zu 1.200$ kostet ein Paket:

Canonical Support für Server-Installationen

 

Ubuntu Landscape

Seit 2008 verkauft Canonical den Dienst Landscape. Dieses Stück Software ermöglicht es, mehrere Rechner zentral zu verwalten und zum Beispiel Aktualisierung, Installation von Software oder Konfigurationen von einer Oberfläche aus für einen oder alle Rechner einer Infrastruktur bequem zu realisieren. Der Dienst ist vor allem für Betriebe gedacht, die eine größere Stückzahl an Ubuntu-Rechnern zu verwalten haben.

Das Ganze kostest mindestens 105$ pro Maschine und Jahr.

Zusammenarbeit mit anderen Firmen

Canonical arbeitet auch immer wieder mit anderen Firmen vertraglich zusammen. So haben zum Beispiel Canonical-Entwickler an Chrome OS mitgearbeitet.

Ubuntu One

Ubuntu One ist ein Dateihosting-Dienst, den es seit 2009 gibt. Seit Ubuntu 9.10 ist der Dienst standardmäßig im Betriebssystem integriert. Mit Ubuntu One lassen sich Dateien online speichern und mehre Computer damit synchronisieren. Außerdem ist es möglich, Musikstücke bei Gebrauch vom Smartphone aus als Stream abzuspielen (kostenpflichtig). Ubuntu One ist für Ubuntu, Microsoft Windows, Android und iOS verfügbar.

Ubuntu One Logo

5GB Speicherplatz gibt es in der Wolke kostenlos. Das ist im Vergleich zu ähnlichen Diensten anderer Anbieter ganz ordentlich. Zum Vergleich: Dropbox oder Wuala bieten nur 2GB Speicherplatz kostenlos an. Dann muss man bezahlen.

Für 2,99$ im Monat oder 29,99$ im Jahr lässt sich der Online-Speicher auf 20GB erweitern. 3,99$ im Monat oder 39,99$ im Jahr kostet der Musik-Streaming-Dienst samt 20GB Speicherplatz.

Ubuntu One Music Store

Über den Ubuntu One Music Store ist es seit einigen Ubuntu-Versionen möglich, Lieder einfach online zu kaufen. Der Ubuntu One Music Store ist dabei in Medienplayer wie Banshee oder Rhythmbox integriert. Gekaufte Lieder wandern automatisch in die Ubuntu One-Wolke und sind damit immer automatisch auf allen Rechnern synchronisiert.

Beim Music Store kooperiert Canonical mit 7digital bzw. nutzt deren Online-Shop und integriert diesen in Ubuntu. Wie viel Canonical tatsächlich je Download mitverdient ist mir nicht bekannt.

Kaufartikel im Ubuntu Software Center

Dieser Bereich ist noch relativ neu. Derzeit sind noch nicht sehr viele Kaufartikel über das Ubuntu Software Center erhältlich. Seit es Canonical Entwicklern jedoch einfacher gemacht hat, kommerzielle Programme zu integrieren, steigt die Anzahl der Applifikationen immer schneller an.

Der Canonical Store

Und dann gibt’s noch den Canonical Store. Es ist eigentlich ein Fanartikel-Shop, in dem es von Kaffeetassen bis Pullovern eine ganze Menge Ubuntu-Artikel zum Kaufen gibt. Natürlich kann man sich darüber auch Ubuntu-CDs kaufen.

Einkaufen im Canonical Store

Launchpad für proprietäre Projekte

Launchpad ist eigentlich kostenlos verfügbar, jedenfalls für OpenSource-Projekte. Wer sein ClosedSource-Projekt über Launchpad verwalten möchte, muss sich bei Canonical eine Lizenz kaufen. Diese kostet 250$ pro Projekt und Jahr.

Spenden

Eines hätte ich noch fast vergessen: Es ist möglich für Ubuntu zu spenden. Wie viel da wohl zusammenkommen mag?

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2 Kommentare

  1. Sehr schöner Artikel.
    Schade nur, dass Canonical keine Zahlen dazu veröffentlicht, wie hoch die Einnahmen wirklich sind und wie weit die Kosten gedeckt werden.

  2. Ja schöner Artikel. Ich vermute, dass Canonical wenig verdient. Sonst würden sie es doch eher veröffentlichen.

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