Wie verschiedene Online-Medien in den letzten Tagen berichteten, testet Facebook derzeit in einer geschlossenen Beta-Phase eine neue Gesichtserkennungs-Software. Damit soll das lästige Markieren von Personen auf Bildern bald der Vergangenheit angehören. Während einige Facebook Benutzer die möglicherweise bald veröffentlichte Neuerung in Hinblick auf Bequemlichkeit begrüßen, schlagen Datenschützer wieder mal kräftig Alarm.

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Ich persönlich bin der Meinung, dass die Gesichtserkennungssoftware, sollte sie wirklich veröffentlicht werden, was bis dato gar nicht fix ist, sich nicht durchsetzen werden kann. Dies hat meiner Meinung nach folgende zwei Hauptgründe.

  1. Der technische Grund: Gesichtserkennung beherrscht bereits das eine oder andere Offline-Fotoverwaltungsprogramm. Von alleine kann dieses jedoch die Gesichter nicht zuordnen. Die Software muss entsprechend trainiert werden. Das ist mitunter mit zeitlichem Aufwand verbunden und auch nach dem Training ist die Erkennung keinesfalls perfekt. Was wären zum Beispiel die Folgen, wenn ein nichtsahnender Nutzer plötzlich auf einem Partyfoto mit 3 betrunkenen Kollegen markiert wird und das, obwohl er in Wirklichkeit gar nicht auf dem Bild zu sehen ist? Dies führt uns auch gleich zu Grund Nummer 2.
  2. Der Datenschutz-Grund: Manchmal ist es vielleicht besser, dass eine Person nicht markiert wird. Auch wenn peinliche, bzw. für die Person vielleicht sogar schädliche Fotos gar nicht erst hochgeladen werden sollten; ein peinliches Bild, auf der die Person nicht markiert ist, ist weit weniger schlimm, als eines auf der die Person markiert ist und alle ihre Freunde von dem Bild benachrichtigt werden.

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1 Kommentar

  1. Salam meine Freunde,

    ganz kurz:

    a) ich bin befürworter strenger gesetzlicher bedingungen für die „nutzung“ von daten. daten werden eh gesammelt, ob so oder so. es geht allein um den einzelfall, indem ein individuum keine rechtliche möglichkeit hat sich gerichtlich zu wehren, wenn diese nicht gesetzlich veranckert ist.

    b) ich bin gegen verbote oder zensuren von technischen innovationen, solange die grundsätzlichen datenrechtsbestimmungen eingehalten sind und den nutzern „intuitiv verständliche“ und leichte kontrolle über ihre daten zur verfügung gestellt werden.

    c) dein technisches argument hackt etwas. zum einen, wo ist das problem, wenn eine servergestützte software genauso „eingeübt“ wird, wie es bei der offline-software der fall ist? das argument des automatischen tagging kann leicht entkräften, indem man es wie bei diversen anderen foren dem nutzer überlässt wann er wo getaggt wird. frei nach dem motto: „in folgenden bildern wurden sie erkannt. wollen sie diese bilder freigeben oder privat markieren?“ oder gar nicht markieren…?

    grundsätzlich finde ich die einstellung bei facebook auch fragwürdig, dass ein user einen anderen auf einem bild markieren kann, dieser tag dann jedoch „bis zum wiederruf“ des betreffenden nutzers bereits online steht. nicht jeder nutzer prüft täglich sein account! hier bedarf es meines erachtens einer freigabestufe!

  2. Pingback: Automatische Gesichtserkennung für Facebook ist da | Weniger ist mehr | picomol.de

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