Ich bin eigentlich ein großer Fan von derStandard.at, da die Artikel dort normalerweise ziemlich gut und aktuell sind. Heute ließen sich die Autoren aber mal zu einem wirklich seltsamen Artikel hinreißen. Unter dem Titel „Unbeliebt: Ubuntu verliert rasant an Popularität“ bezogen sich die Schreiber auf die Tatsache, dass Linux Mint momentan die Rangliste auf distrowatch.com anführt.

Leider sagt das Ranking auf distrowatch weder was über die Anzahl der Nutzer, noch über deren Zufriedenheit aus. Die Rangliste zeigt lediglich, wie oft die Distrowatch-Seite einer Distribution in letzter Zeit angeklickt wurde. Besonders oft angeklickt werden natürlich Seiten von Distributionen, die derzeit irgendwie im Gespräch sind, bzw. über die man sich informieren will.

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Rangliste auf distrowatch.com

Linux Mint ist aus verständlichen Gründen derzeit in aller Munde. Schließlich wird die neue Version 12 (Lisa) innerhalb der nächsten Tage oder Stunden offiziell veröffentlicht werden. Außerdem erhoffen sich einige Nutzer eine bessere GNOME-Integration, als es in Ubuntu Oneiric der Fall ist. Auch Benutzer, die mit Unity Probleme haben, werden sich mit hoher Wahrscheinlichkeit Linux Mint mal ansehen, da man dort auf Unity als Oberfläche verzichten will. Ich habe heute bereits einen Artikel zu Linux Mint geschrieben und war alles andere als begeistert.

Ich finde es etwas seltsam, dass sich derStandard.at zu einem solchen Artikel hat hinreißen lassen. Das passt eigentlich nicht zur ansonsten sehr seriösen Berichterstattung.

Update: Golem hat sich dem Thema jetzt auch angenommen und ebenfalls einen Artikel über die sinkende Popularität von Ubuntu geschrieben. Danke Jakob für den Hinweis.

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7 Kommentare

  1. Golem hat sich heute auch so einen Artikel geleistet (http://www.golem.de/1111/87971.html).

    Und zum Thema seriösen Berichterstattung und derStandard, da fällt mir gerade folgender Artikel ein: http://derstandard.at/1319183396325/Statistik-Mac-in-Open-Source-Community-beliebter-als-Linux
    Allein schon der Titel ist mehr als lächerlich..

  2. Hallo Jakob,

    du hast Recht, auch der Artikel ist irgendwie seltsam. Komisch, bisher ist mir derStandard immer sehr positiv aufgefallen.

  3. DerStandard hat versch. Autoren, die auch sehr unterschiedliche Meinungen haben. Einige davon sind sehr OpenSourcophil 😉

    Golem widerum schreibt eh immer nur alles von anderen Portalen ab… und macht total Politik für StudiVZ.

  4. Hast Du Dich nicht getraut, als Illustration für Deinen Blogeintrag das Distrowatch-Ranking des aktuellen Monats zu nehmen? Da liegt Mint nämlich mit 5100 Klicks auf Platz 1 und hat damit fast dreimal so viele wie Ubuntu, das auf dieser List auf Platz 4 hinter Fedora und OpenSuSe rangiert. Der freie Fall von Ubuntu ist also kein Märchen, was der Standard in die Welt gesetzt hat. Die User stimmen sozusagen mit den Füßen ab, und Canonical täte gut daran, diese Entwicklung ernst zu nehmen.

  5. Darum geht es ja, das Distrowatch-Ranking hat null Aussagekraft und daraus auf die Popularität einer Distribution zu schließen ist einfach nicht korrekt.

  6. „Darum geht es ja, das Distrowatch-Ranking hat null Aussagekraft“

    Würde ich auch zustimmen, weil sich solche Rankings ständig ändern, mal ist die Ditsr. angesagt mal die andere.
    Ich persönlich nutz einfach dass, wass bei mir auf den Notebook läuft und dass ist seid gut 2 Jahren Ubuntu. Selbst Unity läuft bei mir ganz gut (unter Virtualbox), im Gegensatz zu Gnome 3.
    Vor allem hat Ubuntu eine gute Hardware Erkennung, sogar ein 10 Jahre alten HP Laser Drucker läuft bei mir aktuell unter Ubuntu 10.10.

  7. Oscar immer noch

    Mit Druckern bekannter Marken-Hersteller hat keine Distro Probleme, auch nicht, wenn sie so alt sind. Und HP könnte wohl sogar noch älter sein, denn die haben irgendwie eine merkwürdig privilegierte Stellung. viel problematischer ist es mit Dingen, die nicht jeder hat, wie z.B. Drucker. Einen vorhandenen TV-Stick oder auch eine TV-Karte unter Linux betreiben zu wollen, ist allerdings schon ein Problem. Ich habe 2 davon, die bislang in keiner Distro funktionieren. Die Zusammenarbeit mit vielen Herstellern ist immer noch recht mangelhaft. Das liegt aber vor allem an der geringen Zahl der Linux-User, von denen sich die Hersteller nicht gerade einen Umsatz-Schub versprechen. Und anders beim angebissenen Obst fehlen den Linux-Teams auch die Muttel, um diverse Hersteller zu schmieren. Canonical ist aber auch nicht gerade führend im Bemühen, die Zahl der Linux-User zu vergrößern, wenn ich mir die Entwicklung der Ubuntu-Releases seit Intrepid so ansehe…

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