Verfolgt man die Pressemeldungen der letzten Woche, so bekommt man schnell den Eindruck, dass die neue Version 3.0 von OpenGL, dem plattform- und programmiersprachenunabhängigen API (Application Programming Interface) zur Entwicklung von 3D-Computergrafik, nicht wirklich die Erwartungen der Programmierer und Benutzer getroffen hat.

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Nun verstehe ich persönlich viel zu wenig von der ganzen Materie, als dass ich die Software ansehen und bewerten. Vielmehr bin ich auf Meinungen anderer Leute angewiesen, die sich in ihrem Leben näher mit dem Thema befassen. Was aus den Kommentaren der Menschen hervorgeht ist allerdings nicht schwierig zu interpretieren. OpenGL 3.0 hätte einen viel größeren Evolutionssprung machen müssen um in Zukunft dem konkurrierenden Microsoft DirectX gefährlich werden zu können. Viele Benutzer sahen in Version 3.0 die letzte Chance für einen Angriff. Diese wurde nun offenbar nicht genutzt.

Wer kann jetzt noch helfen? Wer bringt OpenGL nach vorne? Wer hat das nötige Geld und Interesse einen mächtigen Konkurrenten zu DirectX aufzubauen? Vielleicht Apple?

Unter MacOS X bleibt OpenGL mangels Alternativen, ebenso wie unter Linux, das einzige Gerät für 3D-Programmierung. Ein mögliches Szenario wäre nun, dass Apple OpenGL forkt, ähnlich wie es bei KHTML war. Apple nahm KHTML damals als Grundlage und entwickelte es zu Webkit weiter, welches nun in allen möglichen Gebieten zum Einsatz kommt und aufgrund der Lizenzierung immer noch freie Software ist.

Könnte das selbe nicht auch mit OpenGL passieren? Apple wäre gezwungen das 3D-API als OpenSource weiterzuentwickeln, falls die Milliarden-Firma OpenGL wirklich forken würde. Möglicherweise könnten durch die Finanzkraft von Apple also auch Linuxbenutzer profitieren.

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3 Kommentare

  1. Alleswirdgutoderbesser

    OpenGL ist eine Spezifikation. Keine Software. Daher kann man das nicht so einfach forken wie KHTML.
    Wenn Apple (oder jemand anderes) die OpenGL-Spezifikation als Grundlage für eine eigene Spezifikation hernimmt, hat das erst mal null Wert. Er muss erst mal noch die Grafikartenhersteller dazu bringen, seine Spezifikation auch umzusetzen.

    Du hast aber Recht, wenn du sagst, Apple müsste eigentlich ein großes Interesse an einer guten Weiterentwicklung von OGL haben.

  2. Alleswirdgutoderbesser hat Recht: OpenGL kann man nicht wirklich forken. Außerdem wird die Entwicklung von OpenGL eher von den Grafikkartenherstellern vorangetrieben als von Softwarefirmen.

    Um einen kleinen Blick zu sehen, wie die Entwicklung generell funktioniert, hilft es glxinfo zu starten. Dies listet ja alle Erweiterungen. Die mit GL_ARB sind die offiziellen vom Architecture Review Board. Es gibt dann aber auch proprietäre mit z.B. GL_ATI oder auch einige mit GL_EXT. Diese können nach einiger Zeit und Absprache zu offiziellen Erweiterungen werden.

    Ich selber habe noch nicht in OpenGL 3.0 reingeschaut. AFAIK wurde hier hauptsächlich die API überarbeitet. Vieles heute unnötige wurde wohl entfernt, jedoch nicht so viel neues hinzugefügt.

    Da die API ja von den Treibern angeboten werden muss, würden viele Neuerungen ja nichts bringen. Die Hardware muss es ja auch schaffen und die Treiber müssen geschrieben werden. Eine API wie OpenGL wird wohl immer hinter den Fähigkeiten der Hardware zurückhängen. Sie haben ja nicht die Möglichkeit wie Microsoft mit Aero die Hersteller zu „zwingen“.

  3. Es mag zwar sein, dass OpenGL 3.0 nicht so gut ist wie DX10. Über die Spieletauglichkeit würde ich mir aber nicht allzu große Sorgen machen.
    Alle nicht Windows basierten Spielesysteme nutzen OpenGL ES. (PS3, PSP, Wii, Smartphones).

    Die 3er Version von OpenGL ES steht noch aus. An der Entwicklung sind so unscheinbare Firmen wie AMD, Nvidia, Intel, Apple, Sony beteidigt.

    http://www.khronos.org/opengles/

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