Dass die Blockchain was ganz Großartiges ist und in der Theorie Dinge ermöglicht die im Zeitalter des zentralen Internets nicht machbar waren, sollte mittlerweile der ein oder andere schon mitbekommen haben. Inzwischen sind wir aber auf einem Punkt angekommen, wo die Ganze Theorie so langsam in die Praxis überführt wird. Was damit möglich ist zeigt die dezentrale Video-Plattform DTube eindrucksvoll.

Anzeige

Im Gegensatz zu altbekannten Plattformen wie Youtube, liegen die Daten bei DTube nicht irgendwo auf zentralen Servern, sondern dezentral in einem Netzwerk verteilt. Technisch basiert DTube auf der dezentralen Datenbank Steem und dem dezentralen Dateisystem IPFS. Belohnt werden Content-Ersteller in dem für Likes STEEM Coins gutgeschrieben werden. Diese werden an Börsen gehandelt und haben einen (sich ständig wechselnden) Gegenwert in Euro, Bitcoin oder ähnliches.

Die DTube-Startseite – ziemlich angelehnt an YouTube

 

Technisch funktioniert das Ganze schon relativ gut. Ab und zu hakt es noch, die Auflösung der Videos ist noch nicht besonders gut und die Erstellung der Konten ist nicht idiotensicher. Dafür, dass es sich hierbei allerdings um etwas komplett Neues handelt und eine Art Machbarkeitsstudie, funktioniert schon ziemlich viel ziemlich gut.

Natürlich fehlen auch noch wichtige Funktionalitäten. So ist es z.B. noch nicht ohne weiteres möglich DTube-Videos in andere Webseiten einzubinden. Und dass für den Erfolg so einer Plattform hauptsächlich Content entscheidend ist, sollte auch klar sein. Ich werde das Projekt auf jeden Fall im Auge behalten und zusehen, in welche Richtung sich das Ganze bewegt.

Anzeige


11 Kommentare

  1. > Dass die Blockchain was ganz Großartiges ist und in der Theorie Dinge ermöglicht die im Zeitalter des zentralen Internets nicht machbar waren, sollte mittlerweile der ein oder andere schon mitbekommen haben.

    Gegenthese: Es gibt kein Problem, das die Blockchain (welche eigentlich? es gibt unzählige!) besser löst als andere Techniken.

  2. @tux.: Doch, digital festgeschriebener Besitz ohne der Notwendigkeit einer anderen Partei zu vertrauen. Bitcoin ist da nur der Anfang.

  3. @Valentin: Quatsch, Bitcoin war nicht der Anfang, es sei denn, du setzst Blockchains mit Kryptowährungen gleich (was sogar doppelt Quatsch wäre). Selbst unter der Prämisse, dass dezentrales P2P nicht ein ähnliches Problem schon in den 90ern lösen konnte, gilt aber: Eine Videoplattform braucht keinen „festgeschriebenen Besitz“.

    Aber gut, Buzzwordbingo ist halt en vogue.

  4. @tux.: Mit „Anfang“ meinte ich, dass es das Beispiel ist welches noch am ehesten von den Menschen verstanden wird. Und nein, dezentrales P2P löst das Problem nicht. Wenn ich dir nämlich einen Bitcoin via P2P schicken, bekommst du eine Kopie. Via Blockchain kriegst du vielmehr das Recht darüber zu verfügen. Das ist schon ein recht wichtiger Unterschied.

    > Eine Videoplattform braucht keinen „festgeschriebenen Besitz“.
    Wenn man die Möglichkeit der Monetarisierung mal weglässt schon. Die P2P-Technologien der 90er waren zum Datentausch natürlich prima, für die Erstellung von Web-Plattformen waren (und sind) die bis heute nicht wirklich geeignet.

  5. @Valentin: „Wenn ich dir nämlich einen Bitcoin via P2P schicken, bekommst du eine Kopie.“ – ja, und? Spricht etwas gegen synchronisierte Kopien einer Website? (Das „Synchronisierte“ ist das Entscheidende.) Freenet (nicht der Provider, sondern die Software) kann so was seit etwa 17 Jahren, ganz ohne „Blockchain“.

  6. @tux.: „Wenn ich dir nämlich einen Bitcoin via P2P schicken, bekommst du eine Kopie.“ – ja, und?

    Wenn ich dir den Zugriff zu einem Teil meiner Coins gebe und ich danach selbst noch Zugriff hab ist das sehr wohl ein Problem.

    Freenet sehe ich mir mal an. Meinst du das hier? https://freenetproject.org/

  7. @Valentin: Ja, siehe auch: https://de.wikipedia.org/wiki/Freenet

    Zu den Coins: Eben, bei Geld wäre das sicherlich ein Problem. Aber eine verdammte Videoplattform ist kein Geld. Und wenn wir beide Zugriff auf eine synchronisierte (natürlich passwortgesicherte) Kopie deines Portemonnaies habenm, ist das immer noch keines …

  8. @tux.: Naja, sobald es darum geht die Videos zu monetarisieren eben schon.

  9. @Valentin: PayPal-Buttons funktionieren überall. 😉 Und dezentrales Geld funktioniert wegen unvorhersehbarer Inflation/Deflation (Bitcoin Cash fällt mir da als extremes Beispiel ein) nur, wenn man zu viel Geld besitzt.

  10. Hab vielen Dank für den Hinweis, ich kannte die Plattform noch nicht.

    Allerdings bin ich auch etwas skeptisch, ob es dafür unbedingt die blockchain braucht. Es gibt ja mit torrents bereits sehr effiziente Transportprotokolle und z.B. mediagoblin bieten ja auch ein dezentrales Portal an. Nur leider erscheint mir bisher noch nichts spruchreif, um Youtube wirklich zumindest für nerds abzulösen. Am ehesten ist das noch media.ccc.de, was auch als Podcast / Kodi / … nutzbar ist. Aber nicht ganz ohne Grund steht da ein komplettes CDN dahinter 😉

  11. Sollte diese Video-Plattform wirtschaftlich funktionieren, wird sie, wie viele andere Projekte, schnell aufgekauft. Dann ist es vorbei mit Innovationen!
    Leider regiert der Rubel im Internet. Und der muss ja bekanntlich rollen!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.