Die Entwicklung von Ubuntu Precise ist in vollem Gange. Täglich trudeln Updates in der aktuellen Entwicklerversion ein und auch im Canonical Design-Blog wurden heute ein Dokument mit einigen Designvorstellungen für Ubuntu 12.04 vorgestellt.

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Dort findet sich ein Link zu einem Google Docs-Dokument mit recht interessanten Ideen für die kommende Ubuntu-Version. Das Dokument gliedert sich in zwei Abschnitte. Zum einen wird ein neues Shutdown-Menü vorgestellt, zum anderen neu gestaltete Systemeinstellungen und (dass ich das noch erleben darf :-)) auch ein paar einfach zugängliche Unity-Optionen.

Herunterfahren, Standby, Ruhezustand

Zuerst einmal wird ein recht hübsches Mockup der geplanten Neuumsetzung des Shutdown-Menüs präsentiert.

... ausschalten oder herunterfahrnen

Viel interessanter als das hier gezeigte Mockup ist aber der folgende Absatz:

Hibernate should only be enabled by default on specific models of officially Ubuntu certified computers where it has been tested and demonstrated to work (http://www.ubuntu.com…).  For all other computers Hibernate should be disabled and Suspend enabled by default.

Users who wish to enable hibernate will be able to do so at their own risk via a option in the System Settings ‚Power‘ configuration window.  MPT has documented this change on the power indicator wiki page see https://wiki.ubuntu.com… and section 1.4 of this document for further details

When Suspend and/or Hibernate is disabled, these options are removed from all other touchpoints on the Ubuntu desktop, specifically the device menu, login screen, lock screen, and the shutdown dialogue.

Standby und/oder Ruhezustand werden also standardmäßig deaktiviert. Nur auf Geräten, die die Funktionen mit Sicherheit unterstützen, nämlich bei von Canonical zertifizierten Geräte, wird/werden diese Funktionen standardmäßig aktiviert sein. Nutzer, die die Funktionen auf eigenes Risiko aktivieren wollen, können diese in den Systemeinstellungen umändern.

Finde ich persönlich eine sehr gute Entscheidung. Bei meinem Sony Vaio funktioniert weder Standby noch Ruhezustand im Ausgangszustand. Ein Schließen des Notebookdeckels führt deshalb immer dazu, dass der Computer beim Aufwachen abstürzt und neustartet. Ich deaktiviere diese Funktionen deshalb immer von Hand.

Neben der zusätzlichen Möglichkeit Standby und Ruhezustand an- und abzuschalten, soll das Energie-Einstellungszentrum auch sonst noch etwas auffrisiert werden.

Einstellungszentrum: Energieoptionen

GNOME 3 Systemeinstellungen

Die GNOME 3 Systemeinstellungen werden wohl grafisch etwas aufgefrischt. Für den Unity-Desktop soll es endlich ein paar einfach zugängliche Einstellungsmöglichkeiten geben.

GNOME 3 Systemeinstellungen

Neugestaltete Systemeinstellungen: Uhr und Datum

Wie auf den Bildern zu sehen ist, sollen im  in den Systemeinstellungen dieselbe Brotkrümelnavigation verwendet werden, wie sie derzeit bereits im Ubuntu Software Center verwendet wird.

Höchste Zeit wird es für Unity-Einstellungsmöglichkeiten, die auch für unerfahrene Benutzer einfach zugänglich sind. Unity konnte man zwar von Anfang an mit dem CCSM konfigurieren, für unerfahrene Nutzer war der CCSM aber eher eine Gefahr als eine Hilfe.

Erscheinungsbild: Hintergrund, Design, Symbolgröße

Auch das Verhalten von Unity lässt sich (etwas) anpassen.

Erscheinungsbild: Verhalten von Unity einstellen

Zugegeben: Man übertreibt es in den hier gezeigten Mockups nicht mit Einstellungsmöglichkeiten, aber es ist ja mindestens ein Anfang und die Entscheidung darüber, welche Einstellungsmöglichkeiten hier wirklich reinkommen und welche nicht, dürfte aufgrund des sehr frühen Entwicklungsstadiums auch noch nicht gefallen sein.

Die Mockups lassen wohl auch darauf schließen, dass das Gtk+-Theme etwas abgeändert werden wird. Nicht dramatisch, aber doch bemerkbar. Einig scheint man sich aber noch nicht zu sein, zum Beispiel sind Fensterbuttons oder die bereits angesprochene Brotkrümelnavigation in verschiedenen Mockups verschieden gestaltet.

Weitere Screenshots und Informationen gibt es im vom Canonical Design-Team veröffentlichten Dokuments.

… und was meint ihr? Gefallen euch die Vorschläge?

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5 Kommentare

  1. Schöne Entwürfe. Was ich aber wirklich interessant finde, ist der Ansatz mit dem Ruhezustand-Modus. Ich denke die Idee, dass man eine Funktion nur freischaltet, wenn sie von der Hardware unterstützt wird, könnte Schule machen.

    Sehe das als sehr positiv, weil es dem Erfolgsmodell von Apple folgt. Also einen Einklang zwischen Hard- und Software zu schaffen. Lieber eine Beschneidung der Funktionen, als eine Funktion, die nicht funktioniert. Schöne Idee!

  2. Oh das sieht ja gut aus, da muss ich weder meinem Notebook noch bei meinem Netbook erst mal in den Einstellungen verändern.

  3. Ich muss schon sagen

    Mal sehen, ob das Global Menü wirklich ausschaltbar werden. So wirklich überzeugt bin ich von dem ja nicht in jedem Fall.

  4. Das globale Menü sowie das starre linke Panel sind meiner Meinung nach zwei der größten Design-Fails, die jemals verbrochen wurden. Auch wenn sich zumindest das globale Menü noch entfernen lässt, so hätte ich mir doch in beiden Fällen eine simple Konfigurationsmöglichkeit gewünscht. Allerdings scheint man bei Canonical mehr und mehr auf eine Gängelung des Users bedacht zu sein und ihn in seinen Freiheiten beschneiden zu wollen.

    Eine default-mäßige Deaktivierung des Ruhezustandes erscheint durchaus sinnvoll, da man dann noch immer die Wahl hat, es trotzdem zu probieren. Gegen eine Vorkonfiguration habe ich nichts einzuwenden, aber solange Unity nur derlei primitive Konfigurationsmöglichkeiten bietet ist alles Dargestellte für mich nur Kosmetik: nett, kann aber nicht über die Unausgereiftheit des Ganzen hinwegtäuschen.

  5. Ubuntu will sich gerade an Leute wenden, die nicht frickeln wollen. Deshalb die Einschränkungen und wenn man mal sieht wieviele andere Distros es so gibt, dann geht das als Ansatz in Ordnung. Ich kann dem folgen und verwende Unity halt so wie es geliefert wurde. Ein paar Programme habe ich hinzugefügt und gut.

    Mit dem Globalmenu komme ich tatsächlich eher schlecht als recht klar. Wenn man das ändern kann, dann werde ich das tun.

    Insgesamt: Arbeite tagsüber mit Win7 und abends dann mit Ubuntu. Ubuntu ist vom Aussehen her deutlich entspannter und das schätze ich sehr. Es geht also weit über ein „man sieht halt mal was anderes“ hinaus.

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