29. April 2013 · 16 Kommentare · Kategorien: Open-Source · Tags:

Das ist einer der Gründe, warum ich persönlich niemals kleine Hobby-Distributionen bei mir betreiben würde. Da kann es schonmal vorkommen, dass die Unterstützung mit Updates von jetzt auf gleich eingestellt wird. Dieses Mal hat es Fuduntu getroffen.

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Ich hab ja nichts dagegen, wenn ein paar Leute hobbymäßig an einer eigenen Linux-Distribution basteln; die lernen dabei sicher viel dazu und haben vielleicht auch ihren Spaß dran. Sicher gibt es auch einige Benutzer, denen es Freude bereitet, neue Dinge zu testen. Für den Alltagseinsatz sind all diese Hobbyprojekt-Distros aber unbrauchbar.

Dabei gehöre ja noch zu denen, die recht gerne ein bisschen am Betriebssystem herumbasteln. Einem normalen Anwender kann man eine Distribution dieser Art niemals empfehlen. Der ist dann auch nicht so flexibel und kann innerhalb ein paar Wochen mal schnell auf etwas anderes wechseln.

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16 Kommentare

  1. Fuduntu war gar nicht mehr soooo klein, aber die haben dummerweise auf das falsche Pferd (GNOME2) gesetzt, was sich als ziemlicher Boomerang erwies – da wäre MATE noch sinnvoller gewesen.

    Und meiner Meinung nach machen sie mit FuSE nun wieder genau denselben Fehler und wollen per Standard auf Consort als Desktop-Umgebung setzen. Also von einer sterbenden Desktop-Umgebung auf ein ungelegtes Ei, das mehr oder weniger mit einem (wenn auch sehr fähigem) Entwickler steht oder fällt.

    Ansonsten hast schon Recht, dass diese „Jugend forscht“-Distributionen ganz nett sind und sicher auch viele gute Ideen mit sich bringen, aber sich nicht für den Normal-Anwender eignen. Dabei macht aber Cloud, IMAP und so weiter das Umsteigen heutzutage sehr viel einfacher. Ich habe mir heute mal eben Kubuntu auf meinen Haupt-Rechner neben Mint 14 installiert und hatte binnen 20 Minuten Zugriff auf alle meine Daten. Früher waren das stundenlange Kopier und Impotier-Orgien.

  2. @Juergen: Ich bin sowieso gespannt, wann das große Sterben bei den GNOME-Abspaltungen beginnt. Meiner Meinung nach werden die alle, mit Ausnahme von Unity und (dem Ur-)GNOME früher oder später eingehen.

    KDE ist mit Version 10.2 wohl das erste Mal so richtig brauchbar, fahre seit mehreren Wochen auch damit (so lange hab ich es seit Version 4.0 noch nie geschafft – und ich habe tatsächlich alle Versionen ausprobiert).

  3. Das sind in der Tag eher Basteleien. Allerdings nutzen die meisten der kleinen Distros ja die offiziellen Paketquellen von Debian, Ubuntu, Suse etc.

    So zum Beispiel bei meine Lieblings-Zweit-Distribution Crunchbang. Im Falle eines Ausscheidens des einzigen Entwicklers läuft das System wie gewohnt weiter.

  4. @Valentin: Naja, Cinnamon halte ich für „groß“ und „anders“ genug, um weiterhin eine große Nutzergemeinde zu halten.

    KDE fand ich seit 4.x generell super, weiß gar nicht, was alle damit haben. Ist ein bisschen wie bei Vista, das fand ich damals als Nicht-Linuxer auch ganz okay.

    Vor dieser Sammlung an unreifer Software muss man schon abraten. KlyDE, Consort, Tumbleweed, ein Team das ihr Vorprojekt einfach killt, um aus dem Stand neue Software im Beta-Status zu generieren? Mehr Unsicherheit über die Zukunft eines OS geht gar nicht. Ich gebe FuSE ein paar Monate, dann ist auch da wieder Schluß. Oder wenn Consort früher untergeht, je nachdem.

  5. @Valentin: Deswegen gehe ich auch wieder auf KDE. Das Gezänke und Geforke im GNOME-Lager geht mir sowas von auf den Senkel. Mich hat damals KDE 4.0 von KDE vertrieben. Ich hatte immer mal wieder damit geliebäugelt, weil es mit jeder Version einfach besser wurde. Aber es fehlte einfach der Grund zu wechseln. Dann kam Unity, was mir überhaupt nicht taugte -> also rüber zu Mint und im Endeffekt Cinnamon.

    @Georg: Ich rechne Cinnamon auch eine größere Überlebenschance ein, als anderen Forks. Aber je weiter die sich von GNOME entfernen, was sie anscheinend tun, desto mehr Ressourcen brauchen sie dafür, die sie eventuell von verärgerten GNOME-Entwicklern erhalten. Somit tun sich beide Projekte eigentlich weh. Ich mag Cinnamon sehr gerne, bin aber skeptisch.

    Es wird schon seinen Grund haben, warum OpenShot auf Qt geht, Subsurface auf Qt portiert werden soll und so weiter. KDE mag ein bisschen mehr Ressourcen brauchen als andere Desktop-Umgebungen, aber auf nem Quad-Core mit 8 GByte RAM ist mir das herzlich egal. Kubuntu 13.04 läuft sogar recht flüssig auf der ZBOX und das hat Netbook-Komponenten verbaut. Auf mein altes Samsung NC10 spiel ich demnächst irgendein antiX, Semplice, Crunchbang oder sogar Puppy. Das ist eh nur zum Fotos speichern unterwegs da und nen Browser hat es auch.

    Ich finde diese „Schw**zlängenvergleiche“ über 50 MByte mehr Speicherverbrauch bei den heutigen Desktops lächerlich. Eine vernünftige Arbeitsmaschine braucht auch entsprechend Dampf, sonst wird ein Bearbeiten mit GIMP, RAW-Entwicklung oder OpenShot einfach nur grausam. Und da scheint mir KDE im Moment das Lager zu sein, das am wenigsten plärrt und beste Ergebnisse liefert. Leider werden viele Leute einfach zu faul sein, sich genauer damit zu beschäftigen. Ich bin froh, dass ich KDE mal wieder sehr viel genauer unter die Lupe genommen habe …

  6. Der Artikel hätte von mir sein können… Echt schwierig momentan auf irgendein Pferd zu setzen. Ich selbst habe am WE meinen Laptop frisch mit Ubuntu 13.04 installiert. Habe auch lange drüber nachgedacht, ob ich Ubuntu Gnome, Kubuntu oder Ubuntu nehmen soll, nachdem ich kurz über Fedora oder Arch nachgedacht habe.

  7. @Jürgen: Dass mehrere Programme in letzter Zeit auf Qt portiert werden, hat meiner Meinung nach einfach damit zu tun, dass es sich bei Qt um das wesentlich bessere und modernere Toolkit handelt.

    Qt hatte im Gegensatz zu Gtk+ immer Vorteile, dieser wurde in den letzten Jahren aber scheinbar (ich habe damit selbst keine Erfahrung) größer als kleiner. Es hat wohl auch einen Grund, warum Ubuntu in Zukunft so stark auf Qt setzen wird.

  8. Was ich bei dem Ganzen nicht so verstehe ist, dass unter anderem systemd als Grund angegeben wird, Fubuntu einzustellen. Und dann soll OpenSuse als Unterbau für den „Nachfolger“ genutzt werden? OpenSuse nutzt doch auch systemd.

    @Georg:

    KDE 4 hatte halt einen schlechten Start, da es einige Distributionen gab, die unbedingt Version 4.0 nutzen mussten, obwohl diese eigentlich nur für Entwickler gedacht war. Dazu kamen dann noch die echten Probleme wie mit KDE PIM (keine Ahnung wie da der Stand der Dinge ist). Ich hatte irgendwann damit auch die Schnauze voll, und bin nach Jahre von Kmail zu Claws Mail gewechselt. Naja und bei einem, wenn auch geringem Teil, gilt eben immer noch KDE 4 = KDE 4.0 und KDE 4 ≠ KDE 3.5.

  9. Wer Zukunftssicherheit will, sollte sich ohnehin mal FreeBSD ansehen … 😉

  10. @tux.:

    Da es ja noch die eine oder andere Linux-Distribution neben Fubuntu gibt, die in absehbarer Zeit nicht eingestellt wird, ist das wohl nicht nötig. Zumindest nicht für mich.

  11. @Anonymous: Du kannst natürlich auch weiterhin von einer kleinen Distribution zur nächsten tingeln.

  12. @Juergen
    Zitat: Fuduntu war gar nicht mehr soooo klein, aber die haben dummerweise auf das falsche Pferd (GNOME2) gesetzt

    Würde ich jetzt nicht umbedingt sagen. Ich habe nach Ubuntu 10, lange nach einer Distribution mit Gnome 2 gesucht, Debian wehre sicher eine gute Alternative gewesen, aber es war mir zu den Zeitpunkt noch zu kompliziert und mit xfce konnte ich mir bis jetzt, noch nicht so richtig anfreunden. Vor allem weil es oft als Gnome 2 Alternative angepriesen wird.
    Viel bleibt also nicht übrig, auch was Linux Mint betrifft, binn ich doch skeptisch, vor allem was Mate betrifft. Ich glaube dass mann sich bei Linux Mint in Zukunft mehr auf Cinnamon hin konzentrieren wird und sobald Gnome 2 nicht mehr unterstützt wird, wird mann sicherlich auch Mate nicht mehr weiter unterstützen bzw. weiter entwickeln.

  13. @tux.: Warum sollte ich (ich hatte den vorherigen Beitrag scheinbar in geistiger Umnachtung als Anonymous abgesendet)? Ich habe über 10 Jahre Mandrake/Mandriva genutzt und bin dann, weil es unklar war wie es weitergeht und weil mein Spieltrieb mal wieder sein Recht haben wollte bei Arch gelandet, was nun auch schon wieder fast 3 Jahre nutze. Bei derzeit 32 Entwicklern die für core und extra zuständig sind, kann ich mir auch nicht vorstellen, dass Arch in absehbarer Zeit den Weg von Fuduntu gehen wird. Das sind als in 13 Jahren gerade mal 2 Distributionen. Hätte ich damals auf Mageia gewartet, hätte ich sogar nur die Paketquellen ändern müssen, was man dann nicht einmal als Distributionswechsel sehen kann.

  14. @Anaximander: Natürlich kann man das. (Du müsstest auch „nur“ die Paketquellen ändern, um ein Debian zu einem Mint oder ein FreeBSD zu einem PC-BSD zu machen; und nun?)

  15. Nichts und nun. Ich habe lediglich zu Ausdruck bringen wollen, dass es auch unter den Linux-Distributionen so etwas wie Zukunftssicherheit gibt und somit, zumindest für mich, ein Wechsel auf $BSD unnötig ist. Zumal man ja auch bei einem BSD nicht komplett davon gefeit ist, dass die Entwicklung eingestellt wird. Bei DesktopBSD hat sich ja schon seit 2009, von zwei Ankündigungen abgesehen, auch nichts mehr wirklich getan, wenn ich mich jetzt nicht irre.

  16. DesktopBSD wurde kürzlich wiederbelebt, etwa zusammen mit ArchBSD. FreeBSD allerdings, von dem es abstammt, wird seit 1993 kontinuierlich gepflegt. Und damit länger als jede deiner bisherigen Linuxe.

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