Wenige Tage nach der Veröffentlichung von Ubuntu 11.04, der Version von Ubuntu, die das erste Mal mit der standardmäßig installierten Unity-Oberfläche daherkam, wurde im Ikhaya auf ubuntuusers.de das „Ubuntu GNOME Remix„-Projekt vorgestellt. Dort hieß es:

Anders als erwartet, wurde im Oktober 2010 nicht GNOME 3, sondern Unity, eine Eigenentwicklung von Canonical, die Firma hinter Ubuntu, als Standarddesktop ab Ubuntu 11.04 „Natty Narwhal“ gewählt. Als Grund hierfür wurden unterschiedlichen Vorstellungen zu einem benutzerfreundlichen Desktop zwischen dem GNOME Projekt und Canonical genannt.

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GNOME 2 wird zuletzt in Ubuntu 11.04 als Fallback enthalten sein. Ab dem nächsten Release, Ubuntu 11.10 „Oneiric Ocelot“, nicht mehr, da dann Unity 2D ausgereift genug sein soll, um auch auf Rechnern ohne 3D-Beschleunigung zu funktionieren.

Das Ziel für die Zukunft ist es, ein offizielles Ubuntu-Derivat, das Unterstützung von Canonical erhält, ähnlich wie Xubuntu oder Kubuntu, zu werden. Wenn es so weit ist, wird man auch eine Umbenennung in „Gubuntu“ vornehmen. Diese Entscheidung ist auch nach dem Final Release von Natty in der Community umstritten. Aus diesem Grund hat sich eine Launchpad-Gruppe gebildet, die, initiiert durch team pr0xy, Ubuntu mit GNOME 3 anbieten will. Als Namen wählten sie Ubuntu GNOME Remix (kurz: UGR), da es, wie der Name schon sagt, ein Mix aus Ubuntu und GNOME ist.

In der Vergangenheit funktionierte eine Installation von GNOME 3 über eine PPA oft nicht oder nur mit Fehlern. Auch ist dieser Weg der Installation aus Sicherheitsgründen nicht optimal. Auf die Fremdquellen muss aber bis Oneiric ausgewichen werden, weil GNOME-Shell bis dahin nicht in den offiziellen Paketquellen von Ubuntu enthalten sein wird.

Ich habe mich die letzten Monate immer mal wieder auf der Homepage des Projekts umgesehen. Leider scheint sich aber schon ziemlich lange nichts mehr in dem Bereich getan zu haben. Wie es leider bei Hobby-Projekt so oft ist, scheinen die Entwickler entweder die Lust verloren zu haben oder aber an Schwierigkeiten gestoßen zu sein.

Im letzten News-Beitrag auf der UGR-Seite von Anfang September ist unter dem Titel Help needed folgende, wenig Hoffnung machende Nachricht zu lesen:

We need help from you. If you have any experience with distro creation, we need your help. We have reached a point where we can no longer do all of the programming by ourselves. If you can help us in any way, please don’t hesitate to contact JC or Chris.

Da ich nach einer kurzen Recherche auch im restlichen Internet nichts zu diesem oder ähnlichen Projekten finden kann, komme ich zum Schluss, dass das Projekt wohl aufgegeben wurde. Das ist schade, denn so rückt ein offizielles Ubuntu-Derivat mit vorinstalliertem GNOME-Desktop in weite Ferne und es bleibt dem GNOME- und Ubuntu-Liebhaber nichts anderes übrig, als sich den Desktop eigenhändig nachzuinstallieren und nach seinen Vorlieben anzupassen.

Update: Dieser Artikel ist inzwischen schon etwas älter. Tatsächlich gibt es mit Ubuntu 13.04 das erste Mal auch eine offizielle GNOME-Version der Distribution. Weitere Infos im Artikel „Ubuntu GNOME gehört nun offiziell zur Ubuntu-Familie“.

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7 Kommentare

  1. Sehe darin kein Problem da der Desktop mit ein paar Klicks Nachinstalliert ist. War vielleicht mal ganz interessant als man in Ubuntu 11.04 die Gnome Shell nicht ohne weiteres installieren konnte aber jetzt funktioniert es ja.

  2. Du hast Recht, eine Installation ist recht einfach. Allerdings muss man ihn dann noch ein wenig einrichten … das hießt GNOME Tweak Tool installieren, Theme ändern, passender Hintergrund, keine Symbole auf dem Desktop usw.

    Der Vorteil der Derivate ist ja gerade der, dass man von Start weg ein benutzbares System hat. Denn auch Xfce oder KDE können mit einem Klick nachinstalliert werden.

  3. Das Personalisieren müsste ich aber auch Gubuntu machen. Und Symbole auf dem Desktop ist kein muss, ich verwende jetzt schon ne ganze Weile die Gnome Shell (unter Arch ) und habe die Symbole aufm Desktop nie wirklich vermisst.

    Was das Nachinstallieren von KDE angeht muss dabei erstmal ein anderes Toolkit mitinstalliert werden und es werden die ganzen KDE Sandart Tools mit installiert. Dann habe ich das gesamte Menü (Dash )wieder mit KDE Anwendungen voll gemüllt oder in KDE alles mit Gnome Anwendungen das ist wenn ich die Shell nachinstalliere nicht der Fall.

    Wie sich die Sache bei Xfce verhöt weiß ich nicht.

  4. > Das Personalisieren müsste ich aber auch Gubuntu machen. Und Symbole auf dem Desktop ist kein muss, ich verwende jetzt schon ne ganze Weile die Gnome Shell (unter Arch ) und habe die Symbole aufm Desktop nie wirklich vermisst.

    Ich meins ja anders herum. Wenn man die GNOME Shell unter Ubuntu nachinstalliert, muss man die Desktop-Symbole erst deaktivieren :-).

    Und das Ubuntu Ambiance-Theme passt so gar nicht zur GNOME-Shell.

  5. Achso. Yo damit Hast du dann wohl recht.

    Eine eigene Distro mit diesen Änderungen ist meiner Meinung nach aber trotzdem überflüssig.
    (Oder war geplant in Gubuntu noch mehr zu ändern ? )

  6. Ich denke nicht, dass das ganze damit gestorben ist. Selbst wenn sich bei UGR nichts mehr tut, wird sich irgendwann jemand anderes darum kümmern. Wenn nicht, dann ist Unity wohl doch nicht so schlecht wie alle immer sagen. 🙂

  7. hi Leutz,

    ich habe mich heute mal auf der Projekt-Seite rumgetrieben und da ist in der Tat seit einiger Zeit nichs mehr los. Schade eigentlich. Denn derzeit funktionieren in Gnome3.5 die extensions nicht, weil die einfach nicht upgegradet werden. Weis der Geier warum…

    Ich liebe nämlich auch die GNome-Shell gegenüber Unity. OK, Unity läuft auch schon sehr stabil in Gnome3.5, sieht aber auf den neumodischen Breitbild-Monitoren Mist aus! Die GNome-Shell sieht da optisch schon sehr viel besser aus.

    Ich shehe es so, dass man Unity mehr auf kleinen Monitoren verwenden sollte und Gnome-Shell mehr was für Monitore mit großer Daigonale ist, wie bei mir…

    Grüße
    eure Mintkatze

  8. Pingback: Wann kommt Gubuntu? Community sucht Namensvorschläge | picomol.de

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