20. August 2017 · 7 Kommentare · Kategorien: Open-Source · Tags:

IOTA Logo

Das letzt Mal dass ich mich hier im Blog zum Thema Cryptowährung geäußert habe, befanden wir uns im Jahr 2013. Damals schoss der Bitcoin-Preis von 10 auf über 200 € hoch. Meiner Meinung nach war das damals eine Spekulationsblase. Mittlerweile bin ich anderer Meinung (momentan kostet ein Bitcoin etwa 3500 €). Blockchain-Technologien sind gekommen um zu bleiben. Die Einsatzzwecke von Bitcoin und Co. sind zwar noch nicht genau definiert, die Technologie ist aber sehr vielversprechend und könnte eine Vielzahl von Branchen disruptiv verändern. Im Schatten von Bitcoin haben sich mittlerweile aber eine Unzahl von alternativen Coins (Altcoins) etabliert, welche technisch meist überlegen sind und häufig auch einen anderen Fokus haben. Einige stechen besonders heraus: In diesem Artikel möchte ich IOTA ansprechen.

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IOTA ist ein Altcoin

Im Schatten von Bitcoin haben sich die letzten Jahre eine Vielzahl alternativer Währungen und Technologien gebildet, allen voran beispielsweise Ethereum. Mithilfe der Ethereum-Blockchain und der eigens dafür geschaffenen Programmiersprache Solidity lassen sich sogenannte „Smart Contracts“ umsetzen. Ethereum stellt dadurch das Rückgrad für viele weitere Coins dar. Ethereum erlebte Anfang 2017 einen wahren Hype und der Preis hat sich innerhalb von wenigen Monaten von 10 auf sage und schreibe 380 € verachtundreißigfacht. Das ist verrückt. Aber meiner Meinung nach erst der Anfang. Viele weitere Technologien werden in den nächsten Monaten und Jahren entstehen. Möglicherweise werden die allermeisten davon auch irgendwann wieder verschwinden da sie obsolet werden, weil beispielsweise andere/bessere Coins deren Funktion übernehmen. Wie wichtig IOTA irgendwann wird, ob es wieder verschwindet und ersetzt wird oder viele andere Coins ersetzen kann lässt sich heute nicht sagen. IOTA ist in einigen Punkten den meisten anderen Coins aber überlegen. Dies sollten die nächsten Abschnitte zeigen.

IOTA ist eigentlich gar keine Blockchain

Im Gegensatz zu den allermeisten anderen Coins welche auf coinmarketcap.com  gelistet sind, unterscheidet sich IOTA fundamental von der ursprünglichen Idee der Blockchain, welche das erste Mal mit Bitcoin ins Leben gerufen wurden. IOTA stellt genau betrachtet nämlich keine Blockchain dar, die Transaktionen werden nicht in chronologisch aneinandergereihten Blöcken gespeichert. Stattdessen werden die Transaktionen querverlinkt, was entscheidende Vorteile hat. Es ist nämlich nicht notwendig dass sich das gesamte Netzwerk auf eine Bestätigung der Transaktion einigt. Es genügt, wenn ein Teil des Netzwerks der Transaktion zustimmt.

IOTA (Tangle) vs. Bitcoin und Co. (Blockchain) – Bildquelle: iotasupport.com

IOTA – kostenlose Transaktionen und keine Skalierungsprobleme

Im Gegensatz zu Blockchain und co. werden die Transaktionen bei IOTA nicht von ausgelagerten Recheninstanzen (Minern) bestätigt. Die Bestätigung der Transaktion erfolgt vollkommen anders. Jeder Nutzer welche eine Transaktion ausführen möchte, muss vorher zwei vorhergehende Transaktionen bestätigen. Dies führt zum IOTA-Netz (Tangle genannt). Dies führt auch dazu, dass Transaktionen kostenlos sind, sofern man den minimalen Stromverbrauch bei der Bestätigung der vorhergehenden Transaktionen außen vor lässt.

Währen der Hype um Bitcoin und Ethereum während der letzten Jahre dazu geführt hat, dass Transaktionen langsam und sehr teuer wurden (wer heute Bitcoins verschickt zahlt mehrere Euros an Transaktionsgebühren) ist die Skalierungsproblematik bei IOTA nicht vorhanden. Je mehr Leute IOTA nutzen, desto schneller, robuster und besser wird das Netzwerk werden. Der IOTA-Client hat sogar eine Funktion eingebaut, welche es erlaubt das IOTA-Netzwerk zuzuspamen, was dem Netzwerk insgesamt hiflt.

Spam hilft dem Netzwerk

Spam hilft dem Netzwerk – Bildquelle: reddit.com

IOTA ist quantensicher

Bitcoin ist sicher, sehr sicher. Mit heutigen IT-Systemen ist es quasi nicht möglich, das Netzwerk zu hacken. Allerdings ist Bitcoin nicht quantensicher. Was bedeutet das? Sobald die verfügbare Rechenleistung signifikant ansteigt, z.B. durch Quantencomputer verliert Bitcoin seine inhärente Sicherheit. Natürlich sind Updates des Bitcoin-Protokolls möglich welche Bitcoin quantensicher machen würden, diese müssten aber erst implementiert werden. IOTA ist bereits quantensicher.

IOT: Zugpferd für IOTA

Das Internet dringt zunehmend in alle Bereiche des täglichen Lebens vor (Internet Of Things, IOT). Dies soll ein Zugpferd für die Implementation von IOTA werden. Zukünftig sollen sich Geräte untereinander bezahlen wenn sie etwas voneinander wollen. Das klingt nach Science Fiction, könnte aber in den nächsten Jahren alltäglich werden. Der Kühlschrank würde autonom einkaufen, das Auto soll sowohl Parkgarage als auch Ladestation selbstständig bezahlen können usw. Mit IOTA steht ein Protokoll zur Verfügung welches die technisch einfach implementierbar macht. Ein wichtiger Teilaspekt dazu ist dass es bereits sehr viele Interfaces zu gängigen Programmiersprachen wie Python, Java, Rust und co. gibt. Viele weitere sind geplant. All das sind Voraussetzungen dafür dass das Protokoll von Programmieren rund um den Globus verwendet werden kann.

Fazit

IOTA scheint technisch gesehen den meisten anderen Coins derzeit überlegen zu sein. Allerdings steht das Projekt gerade erst am Anfang. Die Clients sind noch nicht wirklich alltagstauglich und instabil. Und was vor allem angemerkt werden muss: Heute wird das IOTA-Tangle meinem Wissen nach noch nirgendwo „produktiv“ eingesetzt. Wie Bitcoin anfangs (oder teilweise auch heute noch) handelt es sich um vielversprechende Technologien und Paradise for Spekulanten, aber noch um keine Technologien für den täglichen Einsatz. Mal sehen, was die Zukunft bringt.

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7 Kommentare

  1. Von den Altcoins ist NEM (XEM) das m.E. meistversprechende. Ist in vielen Blockchains zusätzlich zu Ethereum verfügbar und besitzt ähnliche Eigenschaften (einschließlich Smart Contracts), hat nur nicht so viel Marketing durch große Konzerne.

    IoT ist eine Blase, hoffe ich.

  2. @tux.: Was ist deiner Meinung nach der Vorteil von NEM gegenüber ETH oder NEO?

  3. @Valentin: Ich gebe zu, NEO ist mir bisher noch nicht untergekommen. Auf CoinMarketCap passieren gerade eigenartige Dinge. Was ETH angeht: ETH hatte schon einen bösen Sicherheits-Fuckup, seitdem gibt es Ethereum Classic – NEM nicht. Und in Asien ist NEM gerade ziemlich im Kommen, ich bin nicht ganz unneugierig, was daraus wird.

  4. Was mich am IOTA stutzig macht: Die Coins sind schon alle geschürft per pre-mining. Oder Anders ausgedrückt: Der bzw. die Macher hinter IOTA besitzen am Anfang alle(!) Coins und die einzige Möglichkeit an die Coins zu kommen ist sie direkt bei den Machern zu kaufen.

    Beim derzeitigen Kurs von ca. 0,90 $ sind das bei 2.779.530.283 Coins stolze 2.501.577.254,70 $. Kein schlechtes Geschäft für die Macher. Da kann man auf Transaktionsgebühren gut verzichten. 😉

  5. Gibt’s alles nicht bei Kraken. Brauch man dafür jeweils ein eigenes Wallet und wo kann man die dann handeln oder kann man die nur Minen?

    Mit BTC zahle ich immer häufiger, zuletzt hatte ich meinen VPN Anbieter bezahlt. Ich suche aber bei uns immer noch ein Lokal wo das bezahlen mit einer App möglich ist.

    Aber wieso sollte das Überweisen von BTC teurer sein?

    Ich habe bei den letzten Überweisungen keine Gebühr eingetragen. Das dauert vielleicht länger, hat aber innerhalb eines Tages geklappt. Es macht aber auch Sinn. Durch den hohen Kurs lohnt sich ja das Mining auch ohne Gebühren. Das Problem sind nur die wallets, die eine automatisierte Gebühr eintragen, das wird beim aktuellen Kurs schnell teuer.

  6. @Struppi: Iota gibt’s beispielsweise bei Bitfinex. Account machen, Wallet dort erstellen, BTC hinsenden und Iota kaufen. Die Desktop-Wallet ist momentan allerdings noch nicht wirklich nutzbar. Würde ich keinem empfehlen

  7. Pingback: Der IOTA-Tangle live visualisiert › picomol

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