Für alle, die nicht wissen, was ein Planet ist: Ein Planet ist ein Himmelskörper, der sich meist um einen Stern bewegt. Hier geht es aber um eine andere Form von Planeten, nämlich um öffentliche Feedreader oder Aggregatoren. Diese Planeten zeigen Artikel eingetragener Blogs an und sammeln Beiträge aus verschiedenen Blogs zu einem Thema so zentral an einer Stelle.

Die Frage, der ich in diesem Artikel nachgehen will ist folgende: Ist es sinnvoll, seinen Blog in einen Planeten einzutragen?

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Ich bin bei dem Thema selbst sehr gespaltener Meinung, sodass ich die Frage nicht in wenigen Zeilen Text beantworten kann. Ich werde hier versuchen meine Erfahrungen in dem Bereich vorzustellen und vielleicht dem ein oder anderen damit weiterzuhelfen.

Verschiedene Planeten

Planeten sind vor allem im OpenSource-Bereich sehr weit verbreitet. Große Blogs sind in diesem Bereich eher spärlich gesät, wohl auch deshalb schließen sich meist mehrere kleine Blogs zu Planeten zusammen. Beispiele für Planeten im OpenSource-Bereich sind beispielsweise:

Meine Erfahrungen im ubuntuusers Planeten

Ich persönlich war selbst über zwei Jahre lang im Planet von ubuntuusers eingetragen. Als ich gefragt wurde, ob ich in den Planet aufgenommen werden will, musste ich natürlich keine fünf Minuten nachdenken und sagte zu. Mein Blog war damals noch sehr jung, die Besucherzahlen hielten sich dementsprechend in Grenzen und kommentiert wurde auch nur sporadisch.

Das änderte isch mit der Aufnahme in den Planeten natürlich schlagartig. Plötzlich kamen nach der Veröffentlichung eines neuen Artikels innerhalb kürzester Zeit ein paar hundert Besucher auf den Blog, kommentierten und diskutierten über den Artikel. Kein Blogger wird mir widersprechen, wenn ich sage, dass es ein gutes Gefühl ist, wenn der eigene Artikel von Menschen mit verschiedenen Ansichten diskutiert wird. Und es war so einfach. Auch wenn mal ein Monat lang kein Artikel geschrieben wurde – ein neuer Artikel reichte und die Massen strömten wieder herbei.

– doch –

Irgendetwas störte mich an der ganzen Sache immer wieder. So schnell die Massen da waren, so blitzartig waren sie auch wieder weg. Wurde der eigene Beitrag erstmal von Artikeln anderer Blogs ein paar Seiten nach unten verdrängt, kam kaum mehr ein Besucher vom Planeten auf den Blog.

Noch schlimmer war das Ganze bei Artikeln, die nicht zum Thema passten und deshalb auch nicht im Planeten erschienen. Die wurden praktisch gar nicht beachtet. So langsam merkte ich: Mein Blog hat keine Community, keine Stammleser. Die Besucher kommen nur, weil ich im Planeten eingetragen bin.

Die Leute denken sich möglicherweise: „Ach, netter Beitrag. Aber der ist eh im Planeten, also brauch ich ihn weder zu abonnieren, noch in den Lesezeichen zu speichern etc.“ – Sicher, ich denke auch so. Warum sollte ich einen Blog abonnieren, wenn die meisten Beiträge, die er schreibt, bereits im Planeten erscheinen?

Weiterhin wurde der Beitrag auf der Planet-Seite in voller Länge angezeigt, weshalb viele Besucher erst gar nicht auf meine Seite kamen. Der Traffic für vorhandene Bilder usw. viel natürlich trotzdem an.

Aus diesen, aber auch noch ein paar anderen Gründen, entschied ich mich vor etwas mehr als vier Monaten, aus dem Planeten auszutreten.

Meine Erfahrungen außerhalb

Nun ist glaube ich genug Zeit vergangen, um etwas zurückzublicken: Wie hat sich der Blog entwickelt?

Natürlich gingen die Besucherzahlen erstmal etwas zurück, allerdings weit weniger, als ich mir das vorher gedacht hatte. Seit da an sind sie allerdings mehr oder weniger regelmäßig gestiegen, sodass ich heute sehr zufrieden bin. Nach einem neuen Artikel wird der Blog zwar nicht mehr so überrannt, ein paar Stammleser hab ich aber bereits gewonnen, die auch regelmäßig Artikel kommentieren und ihre Meinung dazu abgeben.

Es hat sich eine kleine Community gebildet, was mich sehr sehr freut. Was mir weiterhin aufgefallen ist, ist die Tatsache, dass ich mich meinem persönlichen Empfinden nach, beim Schreiben neuer Artikel mehr anstrenge. Außerdem bin ich fleißiger geworden und schreibe häufiger.

Der Blog ist nun mein eigenes Ding und ich bin selbst dafür verantwortlich, ob er gelesen wird, oder nicht. Ist ein Beitrag im Planeten vorhanden wird er aufgrund der Masse der Leser immer Beachtung bekommen, egal wie gut oder schlecht der Artikel nun sein mag.

Besser also kein Planet?

Nein. Grundsätzlich kann man so etwas nicht sagen. Vor allem für kleine Blogs, die sehr unregelmäßig schreiben und die auch immer zum Thema des Planeten passende Beiträge schreiben, ist so ein öffentlicher Feedreader sicher nicht verkehrt.

Nicht so gut finde ich Planeten aber für Seiten, die eine eigene kleine Community um ihren Blog erschaffen wollen, die Stammleser bekommen wollten, mit denen sie diskutieren können. Das ist auf jeden Fall der schwierigere Weg, um an Kommentare und Leser zu kommen, aber für mich, der schönere.

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9 Kommentare

  1. Ich habe mich (noch) nicht in keinen Planeten eintragen lassen, daher ist es eher eine Vermutung: Ich denke, dass kleine Blogs mit einer großen Themenvielfalt (wie zum Beispiel mein Blog: mal politisch, mal technisch, mal künstlerisch) so (=Eintragung bei einem Planeten) eher eine Chance haben an so etwas wie Stammleser zu kommen.

    Ich persönlich möchte mich nicht auf ein Thema festlegen wollen, das ein Blog dominiert. An manchen Tagen habe ich mehr Lust auf A, denn auf B und schreibe das dann in meinen Blog. Manchmal kommen gute Artikel raus, manchmal nicht.Dennoch halte ich es für „mein“ Blog; und ein Blog ist für mich nun was persönliches.

    Insofern kann es recht wenig Sinn machen für einen Planeten zu schreiben, aber bei den meisten Blogs macht es wenig Sinn. (Selbst bei picomol.de sehe ich das nicht in dem sinnvollen Umgang)

    Gruß ein neurerer Abonnent

  2. Du musst ja nicht alle deine Beiträge auf den Planeten schicken, sondern nur den Feed eines Tags oder einer Kategorie.

  3. Hi
    Ich bin ja auch über den ubuntuusers Planet auf deinen Blog gekommen und hatte es nie für nötig gehalten den Rss Feed zu abonnieren. Erst als dann Artikel kam das du dich aus dem Planet zurückziehst hab ich mich mal auf deinen Blog mal umgesehen und ihn dann abonniert. Davor ist dein Blog einfach in der Masse verschwommen (nicht falsch verstehen 😉 ).
    Gruß
    Joscha

  4. Hallo Joscha!

    Da hast du schon recht. Es ist sehr schwierig, aus einer so großen Ansammlung von Blogs herauszustechen. Man ist halt nur ein Teil eines Ganzen.

    Du warst übrigens nicht die einzige, die damals den Feed abonniert hat. Die Abonnentenzahl hat sich verdoppelt :-).

    Gruß Valentin

  5. Bin auch über den Planeten hergekommen. Insofern sicher keine sinnlose Aktion, um ein paar Stammleser zu angeln. Aber sag mal, muss es nicht „das Blog“ heißen?

  6. Hallo Blubberbart, sowohl „der“ als auch „das“ Blog ist korrekt: http://www.duden.de/rechtschreibung/Blog

    Gruß Valentin

  7. Hallo, ein sehr schöner Artikel. Allerdings möchte ich euch kurz meine Vorgehensweise erklären, denn diese unterscheidet sich sicherlich von der Vorgehensweise, die die meisten haben werden:

    Ich lese regelmäßig im Planeten von ubuntuusers und suche auch viel im Internet bezüglich Problemlösungen. Dabei stößt man natürlich über den ein oder anderen Blog.

    Und stoße ich dabei zufällig auf einen Blog der mir gefällt, so wird er von mir geprüf (soll heißen: Ich lese die letzten paar Artikel durch). Gefällt mir der Blog, so kommt das Teil in meinen Feed-Reader und ist somit auch vom Planeten ubuntuusers oder anderen Planeten unabhängig. Es gibt zwar auf den meisten Blogs nur selten täglich einen neuen Beitrag, aber da man mit Feed-Readern mehrere Blogs gleichzeitig beobachten kann (und zwar die, die einem gefallen), gibt es jeden Tag irgendwas zu lesen.

    Soweit zum Thema RSS-Feeds und Planeten 🙂

    (Glückwunsch übrigens – dein Blog hat es in meinen Feed-Reader geschafft 😀 )

  8. Danke, jeder meiner Abonnenten ist ein Geschenk des Himmels 😉

  9. Pingback: Der Planet leert sich | picomol.de

  10. Vielen Dank für den Artikel. Ich bin gerade am überlegen das mit den Planeten selbst auszuprobieren, da mein Blog noch relativ neu ist und über keine Stammleser verfügen kann, ausserdem kann man sich ja jederzeit wieder abmelden.

  11. Pingback: gambaru.de ist nun auch über den Planeten von ubuntuusers.de zu empfangen « gambaru.de

  12. Pingback: Diskussionsanregung: OpenSource-Blogs verbinden | picomol.de

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