05. Februar 2012 · 47 Kommentare · Kategorien: Open-Source · Tags:

Das einstige Vorzeigeprojekt Compiz liegt auf dem Sterbebett und wartet. Es wartet auf den Tod, der kommen soll, um es abzuholen. Aber werfen wir zuerst einen Blick auf die Vorgeschichte.

Früher war alles besser

Im Januar 2006 wurde das von Novell entwickelte Compiz der Öffentlichkeit vorgestellt. Rasant stiegen andere Firmen und auch freie Entwickler beim Projekt ein. Es entwickelte sich eine Community um das Projekt, die spannende, teils zugegebenermaßen teilweise auch sinnlose, Plugins und Erweiterungen zum Projekt beitrug.

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Im September 2006 spaltete sich eine freie Entwicklergemeinde vom Hauptprojekt Compiz ab und nannte den Fork compiz-quinnstorm, welcher später in Beryl umbenannt wurde. Das Projekt entwickelte sich recht schnell, enthielt bald eine Unmenge an Erweiterungen und bekam sogar einen eigenen, sehr mächtigen, Window-Decorator (Emerald). Sowohl Beryl als auch Emerald waren sehr gut konfigurierbar, auch ich selbst durfte ziemlich lange damit rumspielen. Nicht wenige PC-Nutzer dürften aufgrund der spektakulären Screenshots damals von Windows zu Linux gewechselt sein. Compiz löste damals einen „Haben-will“-Effekt aus – auch bei mir.

Im Sommer 2007 entschieden die Entwickler dann, Compiz und Beryl wieder zu vereinigen. Die beiden Projekte fusionierten zu Compiz Fusion und machten von nun an gemeinsame Sache. Compiz Fusion sollte in vielen Linux-Distributionen zum Standard-Fenstermanager werden. Ubuntu gehörte zu den ersten Distributionen, die Compiz Fusion (kurz Compiz) standardmäßig in aktiviertem Zustand ausliefern sollten.

Sieht man sich die Google Trends zu dieser Zeit an, entdeckt man, dass Compiz und Beryl hier in aller Munde waren. Es war die Hochphase des Projekts. Von nun an sollte es steil bergab gehen.

Google Trends: Compiz und Beryl

Der Absturz

Martin Gräßlin, Entwickler des KDE-Fenstermanagers KWin, schrieb heute in Google+ folgenden Satz, der die aktuelle Situation rund um Compiz meiner Meinung nach ziemlich passend beschreibt:

Compiz is in my opinion a classic example of a project being killed by it’s own success. The ideas they brought to the Linux desktop are carried along by Mutter and KWin and by that obsoleting the need for Compiz. For a generic project it’s just impossible to compete with the highly integrated systems provided by the GNOME and KDE communities.

Der große Erfolg wurde dem Projekt wohl selbst zum Verhängnis. Nachdem sowohl GNOME als auch KDE angefangen haben, ihre Desktopumgebungen mit modernen Fenstermanagern auszustatten (Mutter bzw. KWin), verlor das Compiz-Projekt immer mehr seine Daseinsberechtigung. Die Community wurde kleiner, heute gibt es diese „Community“ praktisch gar nicht mehr.

Die Portalseite auf compiz.org wurde seit Jahren nicht mehr aktualisiert. Im früher sehr belebten Community-Forum herrscht tote Hose. Daran ändern auch hunderte Viagra-Spamartikel nichts.

Liegt Compiz auf dem Sterbebett?

Martin Gräßlin verlinkte in seinem Google+-Post auch auf einen Phoronix-Artikel mit dem Titel: „Is Compiz On Its Deathbed?„. Etwas eingeschränkt, kann ich die Frage mit „ja“ beantworten. Compiz ist zwar noch nicht tot, aber Compiz ist eine Insellösung. So richtig weiterentwickelt wird Compiz nur mehr von bezahlten Canonical-Entwicklern. Und so richtig überzeugt scheinen die da auch nicht von ihrem Projekt zu sein. Der Chefentwickler Sam Spilsbury veröffentlichte vor ein paar Wochen in seinem Blog unter dem Titel „Apology“ einen Artikel, in dem er unter anderem schrieb:

Over the past few years, I have promised a new direction for the compiz project. I promised that with the new backing we’d see a revival in development, and increased stability.

I have failed.

I have failed the compiz community.

I have failed the Ubuntu community.

I have failed the previous maintainers.

Despite my best efforts, stability has gotten worse, and I feel as though I can’t even get the simplest things right for the project anymore.

Klingt nicht sehr positiv, was da steht – schon gar nicht wenn sowas vom Chefentwickler persönlich kommt. Auch die über 300 aufmunternden Kommentare können wohl nicht mehr darüber hinwegtäuschen, dass das Projekt gewisse, sehr schwerwiegende Probleme hat.

Wiederbelebung durch Ubuntu

Vor etwa einem Jahr entschied man sich beim Ubuntu-Projekt Unity, das damals auf GNOMEs Fenstermanager Mutter basierte, zu Compiz zu portieren. Dass diese Entscheidung nicht nur falsch, sondern vor allem total-extrem-katastrophal kurzsichtig war, zeigt sich nun. Compiz ist zwar immer noch sehr anpassbar, aber im Vergleich zu anderen Fenstermanagern wie KWin oder Mutter technisch nicht auf der Höhe der Zeit.

Heise.de schrieb vor kurzem einen sehr interessanten Artikel, in dem ein Problem Canonicals angesprochen wird: Kann ein Distributor, in diesem Fall Canonical, eine Insellösung wie Unity und Compiz wirklich auf Dauer etablieren? Auf jeden Fall wird das für Canonical noch ein hartes Stück Arbeit, denn Insellösungen haben im OpenSource-Umfeld meist sehr schlechte Karten. Gute Aussichten auf Erfolg haben im Umfeld freier Software meist die Projekte, die von vielen unterschiedlichen Firmen und Menschen auf breiter Basis unterstützt werden. Zu denen gehört Unity mit Sicherheit nicht und Compiz auch mit Sicherheit nicht mehr. Auf jeden Fall müsste Canonical mehr Ressourcen dafür investieren, dass Unity und Compiz für andere Projekte „wiederverwertbar“ wird. Compiz hat seit langem keine stabile Version mehr veröffentlicht, und Unity scheint auch nicht wirklich einfach in andere Distributionen integrierbar zu sein, wie Jürgen von bitblokes.de heute passend zusammengefasst hat.

In meinen Augen ist Compiz steht Compiz vor dem Abgrund. Dass Canonical das Projekt vor einem Jahr von dem Untergang „gerettet“ hat, war wohl eher eine Wiedergeburt auf Zeit. Es ist schade um das Projekt, da es dem Linux-Desktop zu seinen Hochzeiten wirklich gut getan hat. Leider aber scheinen diese nun vorbei zu sein. Mach’s gut Compiz!

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47 Kommentare

  1. Ich kann dir da in vielen Punkten zustimmen. Ich finde Unity nicht schlecht, aber Canonical muss das irgendwie so machen, dass andere Distributionen zum Mitmachen bewegt werden und nicht aufgrund technischer Schwierigkeiten außen vor bleiben.

    Zu Compiz: Möglicherweise löst sich das Problem ja durch den Umstieg auf Wayland, dort werden mit Sicherheit weitere Anpassungen möglich sein, vielleicht entsorgt man da auch gleich Compiz …

  2. Ich bin auch mal echt gespannt, wie Canonical damit umgehen wird. Es ist ja echt auffällig, wie viel Energie in die „Notlösung“ Unity 2D investiert wurde. Dieses basiert ja auf Qt und war zeitweise auf bekannten Blogs wie OMG Ubuntu ebenso prominent vertreten, wie der große, schwächelnde Bruder.

    Schlussendlich eilt es ja aber nicht. Selbst wenn Compiz nicht mehr weiterentwickelt wird, wird es ja nicht schlechter. Und zumindest bisher war es ja immer gut genug.

  3. Es ist doch schön zu sehen das die großen Desktopumbegungen sich haben inspirieren lassen und nun ihr eigenes Ding machen. Ich bin zwar zu XFCE gewechselt, aber KDE und GNOME haben sich zumindest zum Teil von Compiz beeinflussen lassen.

  4. Schöne Bestandsaufnahme. Aber die wichtige Frage ist doch, was hat Canonical für Möglichkeiten? Man hat auf Compiz gesetzt und bringt in wenigen Wochen eine LTS-Version raus, die die nächsten fünf Jahre Compiz mit sich rumschleppen wird.

    Wayland ist anscheinend auch keine Lösung. Das ist technisch ein Ersatz für Xorg und nicht den Fenstermanager, oder habe ich das falsch verstanden?

    Wie kompliziert dürfte es sein Unity auf Mutter umzustellen? Ich hab keine Ahnung…

  5. Wayland ist anscheinend auch keine Lösung. Das ist technisch ein Ersatz für Xorg und nicht den Fenstermanager, oder habe ich das falsch verstanden?

    Da hast du schon Recht, allerdings muss der Fenstermanager Wayland auch unterstützen. Es werden also so oder so größere Umbauten möglich (denk ich jetzt mal, ohne mich wirklich in dem Bereich auszukennen). Da gäb’s dann vielleicht eine Möglichkeit, wieder zurückzuwechseln zu Mutter oder vielleicht sogar zu KWin.

  6. Ich bin der Meinung, dass man mit Unity & Compiz einen großen Fehler gemacht hat. Mal abgesehen davon, dass der Großteil der Funktionen unter Ubuntu garnicht genutzt wird, braucht ein normaler Anwender einfach kein Compiz (mich eingeschlossen). Unity-2D macht wegen seiner Qt-Basis unter einem GTK+-only-Desktop auch nur begrenzt Sinn. Einen Wechsel zurück zu Mutter würde ich sehr begrüßen.

  7. Meiner Ansicht nach war Ubuntu’s größter Fehler nach „einer UI für alle Formfaktoren“ zu streben. Mal ehrlich, das UbuntuTV Konzept schaut hässlich aus. Unity auf einem Smartphone? Hässlich, nicht wirklich benutzbar. Nicht, ohne größere Änderungen im Design, was das gesamte „Unity“ Konzept irrelevant machen würde. Ubuntu hätte bei Gnome und deren Shell bleiben sollen. Ich habe mehrere Monate Unity genutzt, bin dann zur Shell gewechselt und mehr als zufrieden damit. Natürlich hat sie ihre Schwachstellen. Vor allem was Konfigurierbarkeit angeht. Aber hätte Canonical die Manpower, die für Unity nötig war, in die Weiterentwicklung und Verbesserung der Shell gesteckt, wäre diese heute absolut genial und zudem auch sehr gut auf Tablets nutzbar. Aber nein, man muss seine eigene Suppe kochen, und es sich mit noch mehr Projekten verscheißen… Naja, Viel Glück damit.

  8. KWin ist grässlich, compiz-fusion mit emerald nach wie vor die überlegene Lösung – technisch und optisch.

  9. Oscar alias xpenguin

    Hallo, tux!
    Ausnahmsweise muß ich dir mal recht geben. Wenn ich den Artikel oben lese, springt es mich geradezu an, daß der Untergang von Compiz vom Autor gewollt und begrüßt wird! Wahrscheinlich einer der KDE-Fans, denen die Stinkefuß-Jünger wurscht sind. Mutter einet sich für Moblin (pfui Teufel!) oder auch XFCE-Varianten wie Mythbuntu, nicht aber für einen vernünftigen GNOME-Desktop. Wenn man natürlich sowas wie dieses Pseudo-GNOME bastelt, dann bringt man damit nicht nur den echten Stinkefuß, sondern mit ihm auch Compiz unter die Erde! Solch ein nahezu unkonfigurierbares Ding läuft auch mit einem Minimal-WM, egal welchem. Ich schätze, es wird noch wenigstens ein ganzes jahr dauern, bis die User den Minimalismus-verliebten Machern soviele „Extensions“ abgerungen haben werden, damit die sogenannte „GNOME“ Shell wenigstens einigermaßen GNOME 2.30 ersetzen kann. Wenn man bis dahin allerdings Compiz umgebracht hat, dann wüßte ich nicht, wer oder was diese Funktion übernehmen sollte! Die derzeitien Alternativen können höchstens Minimalismus-Fans begeistern…

  10. Oscar alias xpenguin

    Daß ich auch immer die Hälfte vergesse! Emerald? Kannst du dir „Blue Joy“ (mein Lieblings-Thema) mit einer dieser Emerald-Dekorationen vorstellen? Gibt es was, was noch scheußlicher aussieht?…

  11. Obwohl ich KDE nutze, bin ich doch ein Freund von Minimalismus und fasse DESWEGEN Gnome 3 nicht mal mit der Kneifzange an. Wer es toll findet, der sollte vielleicht mal einen Blick auf Fluxbox werfen, das ist minimalistisch UND bedienbar, sogar recht gut.

  12. Oscar alias xpenguin

    @tux:
    Siehst du, schon stehen wir wieder auf verschiedenen Seiten. GNOME und Minimalismus passen überhaupt nicht zusammen. „GNOME“ 3 ist der Versuch, das dennoch durchzuprügeln. Wer Minimalismus will, der sollte konsequent sein. Wie wäre es mit Puppy? Mir allerdings bleibt damit vom Halse! Ich brauche weder ein bißchen Strom noch Plattenplatz zu sparen! Ich brauche ein OS, das ich so hübsch gestalten kann, daß es MIR gefällt und nicht denen, die es gebastelt haben, das ICH gut bedienen kann, ohne in Menüs herumsuchen zu müssen, die den Namen nicht verdienen, kurz: MEINEN Desktop. Und das war GNOME bis 2.30! Und auf Compiz will ich ebenfalls nicht verzichten – es sei denn, man erfindet etwas, was noch besser ist. Da wir aber bislang nur Verschlimmbesserungen gesehen haben, sollte man das besser bleiben lassen!

  13. Was könnte minimaler sein als eine Arbeitsumgebung, die keine Einstellungen mehr zulässt?

  14. Pingback: Linux: Leider nicht mehr nutzbar – Sebastians Blog

  15. Oscar alias xpenguin

    Genau! Und deshalb sollte man wohl am besten dieses Pseudo-GNOME in die Tonne stampfen und wieder von vorn anfangen. Und bei Compiz wäre auch einiges zu tun. Was habe ich davon, daß ich mir den Cursor zwar aussuchen kann, sobald ich Compiz am Laufen habe, ist dieser aber wieder weg, und ich kriege einen „Zwangszeiger“, egal, was überall eingestellt ist. Und bei LMDE funktioniert Compiz nur, wenn ich es mauell nach dem Hochfahren einschalte. Aber bitte schön: Verbessern, und nicht wegschmeißen und durch etwas Schlechteres ersetzen!

  16. Unter KDE habe ich Compitz auch damals nie wirklich gemocht. Und unter Gnome habe ich es nur installiert weil der Fenstermanager von Gnome eh nicht viel besser war als der von Compiz/oder Beryl. Unter KDE habe ich aber nie KWin missen wollen.
    Ich war froh, dass KWin sehr schnell nachgezogen hat und meiner Meinung nach ein besser zu konfigurierbares Composite-System eingeführt hat. Das die Gnome-Welt mit Mutter den gleichen Weg gehen wollte, war eigentlich dann auch abzusehen.

    Von daher: Compiz war ein sehr großer Schritt für Linux auf den Desktop und damals einfach super. Aber die Technologie gehört in die Fenstermanager der jeweiligen Destopumgebungen. Und da ist sie mittlerweile.

  17. Oscar alias xpenguin

    Gegen KWin hat ja auch niemand etwas, naja, es könnte ein par mehr Grundtypen von Themes geben. Was mich stört an KDE ist das blöde Kastenmenü. Da würde mir das „alte“ 3.5er mehr zusagen. „tux“ hat ja mal geschrieben, daß man sich ein anderes Menü einstellen könnte. Ich habe jedenfalls noch nicht herausgefunden, wie das gehen sollte. Und weil für mich des Menüs wegen KDE nicht händelbar ist, muß ich mich also weiter an GNOME orientieren. Ich schätze, es wird noch dauern, bis dieses Minimal-GNOME für mich akzeptierbar sein wird. KWin in GNOME? Wäre akzeptabel, aber das wird den Minimalisten, die dieses Gnömchen gebastelt haben, bestimmt nicht gefallen…

  18. „Wie das geht“: http://www.youtube.com/watch?v=O6X50EwaFe8

    Ansonsten bringt KDE mit Lancelot auch ein alternatives Plasmoid mit, das du einfach anstelle des K-Menüs in die Leiste ziehen kannst – sind also sogar 3 Menüs.

  19. Oscar alias xpenguin

    Danke, „tux“! Aber Lancelot muß es nun wirklich nicht sein. Das haben sie bei Mint 12 anstelle des Mint-Menüs reingebaut. Mal wieder eine Verschlimmbesserung wie aus dem Lehrbuch. Das „klassische“ KDE-Menü kann man sich aber gefallen lassen, zumal man es ja auch ein wenig editieren kann, wenn auch nicht so gut wie im bisherigen GNOME mit Alacarte. Und seit man KDE-Fensterdekorationen runterladen kann, ist KWin auch recht hübsch geworden. Mal sehen, vielleicht steige ich doch noch um…

  20. Als „Launcher“ benutze ich ohnehin ausschließlich Synapse – da ist mir das Menü fast egal.

  21. Oscar alias xpenguin

    Wenn der Spruch nicht historisch belastet und/oder ich nicht Deitscher wäre, könnte ich schreiben: Jedem das Seine 🙂

  22. Oscar alias xpenguin

    @tux:
    Könntest du mal in meine Mailbox kommen? Ich könnte einen „Nerd“ gebrauchen…
    xtremetux@gmx.de

  23. Ich sehe keinen Anlass dazu, aus solchen nichtigen Gründen seine Sprache zu behindern.

  24. @ tux?

    Möchte nur ungern vom Thema abweichen, aber…
    Nichtige Gründe? Bist du dir der Gründe bewusst, warum der Spruch negativ belegt ist?

  25. „Oh nein, die NSDAP hat ‚Jedem das Seine‘ über ein KZ geschrieben, jetzt dürfen wir es alle nicht mehr verwenden einself!“

    Wenn du meinst, dass das ein angemessener Umgang damit ist, überlasse ich es dir. Ich persönlich bin nicht der Ansicht, dass ich durch die Verwendung von „Jedem das Seine“ – selbst ein Grundsatz aus der griechischen Antike und damit erst mal gänzlich unpolitisch zu interpretieren – irgendwem irgendeinen Schaden zufüge.

  26. Habe ja kein Problem, wenn jemand den Begriff benutzt. Tue ich selber. Aber von „nichtigen Gründen“ zu sprechen ist historisch falsch.

    Aber gut, back to topic.

  27. Der Grund IST nichtig. „Der Satz wurde einmal in der Geschichte negativ verwendet, also ist es voll kacke, ihn zu benutzen.“

  28. Oscar alias xpenguin

    @dominik:
    Mal abgesehen davon, daß wir hier damit wohl eher im falschen Thread sind, so hatte ich das oben eher mit einem Augenzwinkern gesagt. Deshalb auch der „Smily“. Ich finde es kleinkariert, ALLES, was einmal von den Nazis mißbraucht wurde, aus der künftigen Geschichte zu streichen! Ich fand es auch hirnverbrannt, den 9. November 1989 für tabu zu erklären und stattdessen einen Tag, mit dem keinerlei Emotionen verbunden sind, der lediglich auf einen administrativen Akt verweist, zum Nationalfeiertag zu machen. Oma Meier oder Opa Schulze müssen immer erst in den Geschichtsbüchern blättern, ob ihr 80. Geburtstag auch nicht mit irgendeiner NS-Schandtat zusammenfällt, weil sie sonst die öffentliche Feier verschieben müssen! Und mit Zitaten, wie eben mit diesem aus der Antike, ist es leider so ähnlich. Man kann die üblen Teile seiner Vergangenheit wohl kaum mit Tabus „aufarbeiten“…

  29. tux. schrieb:
    „Was könnte minimaler sein als eine Arbeitsumgebung, die keine Einstellungen mehr zulässt?“

    – Damit wärst Du genau bei OS X.

  30. Oscar alias xpenguin

    @ElGato:
    „tux“ mag Minimalismus, hat er jedenfalls mal geschrieben. Aber einen Mac hat er deswegen trotzdem nicht. Mit einem Mac kann man ansonsten aber ganz gut arbeiten. Auf meinem Rechner würde er aber nicht laufen. Sooo schlecht, wie es manchmal dargestellt wird, können Apples Sachen auch nicht sein, denn sie verkaufen sich ja blendend. Und Bill Gates hatte sein erstes OS schließlich bei Apple geklaut! Dunkle Fenster gibt es aber dort auch nicht. Und die Gestaltung der Themes ist auch nicht jedermanns Sache. Die Icons sind zu 3/4 schön, zu 1/4 minimalsistisch-häßlich. Eine merkwürdige Zusammenstellung, die man aber auch bei Linux zuweilen wiederfindet, z.B. bei Faenza.

  31. Bill Gates hatte „sein“ erstes OS (DOS) eingekauft und die Weiterentwicklung übernommen. Was an DOS war „von Apple geklaut“?

    Was Verkaufszahlen über Qualität aussagen, musst du mir auch noch erklären, die BILD findet auch reißenden Absatz.

  32. Oscar alias xpenguin

    Bill Gates hatte Anfangs für Apple gearbeitet. Dabei hat alles „ausspioniert“, was er über den iMac wissen mußte. Steve Jobs hatte ihn aber dabei ertappt. Gates ist abgehauen und hatte sich nicht wieder sehen lassen, womit er vermieden hatte, gefeuert zu werden. Das kam doch vor Kurzem in einer Fernsehsendung über Apple. Du hast wohl keine Glotze? Natürlich hat Bill Gates sein OS dann anders aussehen lassen und vieles umbenannt. Aber von den Funktionen her war es dasselbe. Das war auch der Grund für den jahrelangen „Krieg“ zwischen Apple und Microsoft. Sehr geschadet hatte das Apple aber auch wieder nicht, denn sie haben noch mehr Kohle gescheffelt als M$. Ich weiß ja, daß du Gates Firma gern mal in Schutz nimmst, aber dafür gibt es keinen Grund. In einer kapitalistischen Wirtschaft wird nahezu jede Sauerei gemacht. Umgedreht hätte Jobs sicher auch keinerlei Skrupel gehabt, bei Gates zu klauen!…

  33. Er wollte dich nur mit dem kleinen Fehler aufziehen, dass MS vor Windows noch Dos herausgebracht hat, Windows also nicht „sein erstes OS“ war.

    Und es hat Apple sehr geschadet. Die waren doch völlig verzweifelt und der Pleite nahe. So sehr, dass sie nachher sogar Jobs wiedergeholt haben. Und erst dann ging es recht steil aufwärts.

  34. Ihr vergesst, dass Apple selbst ganz groß darin ist, Ideen, räusper, auszuleihen.

  35. (Und nein, ich „habe keine Glotze“. Lohnt sich nicht.)

  36. Muss ich überall und jederzeit schreiben „Apple klaut!“?

  37. Nein, „Apple iKlaut“.

  38. Oscar alias xpenguin

    @sebastian:
    Zu deinem vorletzten Beitrag: Ich hatte keinen Fehler gemacht, mit dem tux mich hätte aufziehen können. Oder habe ich irgendwo geschrieben, daß Windows Gate’s erstes OS war? Das war natürlich DOS. Weil Windoof aber natürlich auf DOS aufbaut, ist es funktionell immer noch ein bißchen Mac. Apple hat dann das OS stärker verändert als Microsoft, vor allem auch deshalb, weil die immer wieder Lixux-Entwickler abgeworben haben. Deshalb ist der Mac immer tuxiger geworden. Weil es diese Abgeworbenen aber nie lange in dieser diktatorisch regierten Firma ausgehalten haben und zu Linux zurückgekehrt sind, haben sie wiederum einiges von Apple nach Linux transferiert. Kein Wunder also, daß Linux und Mac immer kompatibler geworden sind. Ich habe sogar den Verdacht, daß das von Apple so gewollt war.
    @tux:
    Ob Apple auch geklaut hat oder eventuell immer noch klaut, kann ich nicht sagen. Wenn man das Abwerben von Entwicklern als „men robbery“ bezeichnen will, dann sochon irgendwie. Um zu beurteilen, ob die auch woanders „geklaut“ haben, kenne ich mich zu wenig aus. Bei den Neuentwicklungen von M$ konnten oder wollten sie aber wohl nicht klauen…
    @an Alle:
    Ich verpisse mich erst einmal. Es ist mühsam, immer wieder hier reinzukommen, schon weil ich jedes Mal die Farbe im Firefox umstellen muß. Bei Valentins früheren Threads brauchte ich das nicht. Nein, keine Belehrung, ich weiß selbst, daß das an meiner Vorliebe für dunkle Fenster und helle Schrift liegt. Meine Mailadresse steht irgendwo oben. Wer noch was zu sagen hat, also dorthin, das ist für mich bequemer.

  39. Ob Apple auch geklaut hat oder eventuell immer noch klaut, kann ich nicht sagen.

    Hab‘ ich belegt.

  40. Name da fehlt der Beweis, dass die diese Features auch kannten 🙂

  41. Apple hat überwiegend blöde Kunden, aber selbst blöd sind sie mit Sicherheit nicht, Sebastian.

  42. Sicher kannst du das so verdrehen um nicht unrecht zu haben, aber du meinst doch sicherlich, das Windows abgeguckt war. Und das hat mit dem ersten MS DOS nichts zu tun.

    Du nutzt Farbthemen, die ganz normale Websites unlesbar machen? Ist das nicht ein ziemlich hoher Preis fürs cool sein?

  43. Hab ich doch nicht gesagt? Nur ist es nicht wirklich bei belegt.

  44. Du glaubst doch nicht ernsthaft, dass Apple nicht jede neue Entwicklung bei Windows aufmerksam verfolgt?

    Ich meine, sogar die Cloud haben sie abgeguckt. Lachhaft eigentlich…

  45. Nein. Meine ich nicht. Habe ich auch nicht behauptet. Du diskutierst auch gern über nichts, oder? 🙂

  46. Oscar alias xpenguin

    Letzter Kommentar für Heute, dann verpisse ich mich wirklich. Meinst du nicht, du solltest es vielleicht mal als Kabarettist versuchen, tux? UND: Ich verdrehe überhaupt nichts. NIRGENDS habe ich behauptet, Windoof sei das erste OS von Microsoft gewesen! Ich behaupte zuweilen eine ganze Menge, aber sicher nichts, was ich selbst für Schwachsinn halte. Und daß ich dunkle Fenster bevorzuge, hat nichts mit „cool sein“ zu tun, sondern erstens gefallen sie mir besser, und zweitens mögen meine Augen keine weißen Flächen, nicht einmal Wände. Selbst die bekommen bei mir eine Farbe. So, und jetzt tschüß!

  47. Dass Windows (NT) nicht mehr „auf DOS aufbaut“, war dir sicher auch neu.

    Übrigens: „Windoof“ ist Kinderkacke, darüber lachen nicht mal mehr die Kleinkinder im WinFuture-Forum. Werd‘ erwachsen.

  48. Pingback: Canonical fehlt der Weitblick | picomol.de

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