Gerade eben sind die Ergebnisse der OMG!Ubuntu!-„Welche Desktop-Oberfläche nutzt du?“-Umfrage in meinem Feedreader gelandet. Da die Umfrage natürlich nicht repräsentativ für alle Ubuntu-Nutzer und noch viel weniger für alle Linux-Nutzer dieser Welt ist, sind die Ergebnisse etwas mit Vorsicht zu genießen. Da aber mit rund 15.800 Stimmen eine doch sehr hohe Anzahl an Nutzern mitgemacht hat, sind die Werte doch einen Blick wert.

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Ich habe die Zahlen grafisch ein wenig aufbereitet, sodass man leichter einen Eindruck über das Ergebnis erhalten kann.

DesktopoberflächeAnzahl Stimmen
Unity7476
GNOME Shell4541
Xfce1211
KDE1106
GNOME Fallback951
LXDE431
Pantheon264

Wie man unschwer erkennen kann, nutzt der größte Teil der Nutzer die standardmäßig mitgelieferte Unity-Oberfläche (47%). Überraschend hoch ist die Anzahl der GNOME Shell-Nutzer. 28% sind relativ viel, dafür, dass die GNOME Shell erst nachinstalliert werden muss und nicht wirklich optimal in Ubuntu integriert ist. KDE liegt mit Xfce gleich auf, scheint also (zumindest was Ubuntu-Nutzer angeht) nicht mehr zu den „großen“ Desktops zu gehören. GKT+-basierende Oberflächen haben dem einstmaligen Vorzeige-Desktop den Rang abgelaufen. Sogar der GNOME Fallback-Modus (den ich persönlich ziemlich mies finde), hat ähnlich viele Stimmen bekommen.

Desktop-Oberflächen im Vergleich

Toolkits im Vergleich

Seit ihr auch erstaunt, wie wenige Ubuntu-Nutzer auf KDE setzen? Geht die Entwicklung in die falsche Richtung? Der Nutzer hat zwar die volle Kontrolle über sein System und kann alles irgendwie einstellen, doch die Frage die sich stellt ist: Will er das überhaupt? Will er sich überhaupt Gedanken über die Konfiguration machen oder will er standardmäßig ein System, welches einfach funktioniert?

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9 Kommentare

  1. 68% aller Menschen hassen Frischluft, weil sie Autofahrer sind. In etwa so aussagekräftig ist die Umfrage. Wenn Ubuntu standardmäßig mit GNOME, oder heute Unity ausgeliefert wird, ist klar, das die Mehrheit diese Desktops verwenden wird. Vor allem wenn man in Betracht zieht, dass Ubuntu kein Hard-Core-Linux mehr ist, sondern auch von vielen DAUs verwendet wird, denen Linux-Nutzer diese Distri einfach mal installiert haben.

    Versuchen wir diese Umfrage mal bei Fedora oder SuSE und das Ergebnis würde sich umdrehen. Kubuntu war und wird auf nächste Zeit ein Derivat bleiben, welches natürlich hinter „offiziellen“ Version in den Nutzerzahlen zurückbleiben wird. Würde KDE in der nächsten LTS zum Standard, so hätten wir wohl in einem Jahr über 50% KDE-Nutzer unter den Ubuntu-Nutzern.

    Ich denke, es hängt einfach von den vorgegebenen Einstellungen ab. Ich selbst verwende Kubuntu deswegen, weil ich KDE zuvor bei Knoppix und Kanotix kennen gelernt habe. Die meisten Ubuntu-Nutzer werden einfach das nehmen was sie bekommen.

  2. > Die meisten Ubuntu-Nutzer werden einfach das nehmen was sie bekommen.

    Und die GNOME Shell? Auch die muss nachinstalliert werden und, ein Gubuntu gibts auch (noch) nicht. 😉

  3. Im Grunde muss ich Setsuna recht geben, dennoch schade das so wenige Xfce nutzen.

  4. Das sind dann möglicherweise diejenigen, die sich mit Unity nicht zurecht gefunden haben und der Großteil nach einer eigenen Entscheidung zur GNOME Shell gewechselt hat.

  5. Trifft auf mich nicht ganz zu:
    Aktiv nutze ich Unity bzw. Die Gnome Shell, aber mir gefällt KDE auch sehr gut. Nur es hat mir einen Touch zu viel Windows-Like.

  6. > Die meisten Ubuntu-Nutzer werden einfach das nehmen was sie bekommen.

    Würde ich so nicht zustimmen. Ich habe zwar auch mit Gnome 2 angefangen, darmals noch auf Ubuntu 9, ich habe mir dann auch sehr schnell die anderen Desktops angeschaut, vor allem KDE und ich mss sagen, es war eine mittlere Katastrophe.
    Soweit ich mich erinneren kann, war dass KDE 4.2. Ich war sogar am Anfang sehr begeistert vom ganzen „Look“, aber die Probleme fingen sehr schnell an, for allem Absturze war an der Tagesordnung, teilweise mehrmals am Tag. Ich habs dann so bis 4.4 (bis vor kurzem auch 4.6) dass ganze ausprobiert, aber es dann doch sein lassen, weil es einfach noch zu instabil war, bzw. noch ist.
    Aber auch die anderen Desktops überzeugen mich nicht wirklich, vor allem jetzt Unity und Gnome 3, vor allem Gnome 3, mit häufigen Abstürze und Fehlern bei der Darstellung (z.B. Schrift).

    Unity läuft bei mir erstaunlich gut, aber es sieht in einigen Bereich noch unfertig aus. Der obere Panel wirkt für mich irgend wie verloren aus. Links fehlt einem der Ubuntu Icon, nur rechts sind noch die üblichen Sachen vertreten, unten ist der Panel komplett weg gekommen. Auch die Icons, sind teilweise eine zumutung, manche Icons sind sehr groß geraten, manch andere würde man sich sogar größer wünschen, wie seit neusten die Cover Anzeige im Dash Menu.

    Ich binn froh, dass es Gnome 2 noch gibt und ich binn jetzt auch darbei geblieben (Ubuntu 10.10), weil meiner Meinung nach, einfach am stabilsten läuft. Es macht richtig freude mit Ubuntu, (zumindest bis Version 10) zu arbeiten. Mann kann sehr viel einstellen und ändern, vor allem als Desktop Modder freut es einem um so mehr.
    Ich hoffe dass es bald unter Unity bzw. unter Gnome 3, je nach dem was Standart wird (dass ganze ist unter Ubuntu noch nicht ausgestanden), sich was tut, vor allem was die Stabilität und die Einstellmöglichkeiten, aber auch Aussehen.

  7. Für was haben / hätten denn Leute stimmen sollen, die Gnome 2 nutzen? Also Leute, die halt einfach „noch“ 10.04 nutzen? Keine der oben genannten Abstimmungsmöglichkeiten hätte gepasst. Also haben die Leute vermutlich Gnome Shell und Gnome Fallback geklickt – obwohl ja beides falsch ist. Denke mit diesen Ergebnisse kann man also wenig anfangen.

  8. ah achso – sehe gerade, dass es nur um 11.10-Nutzer ging..

  9. Naja, die Zahlen werden wohl etwas korrektionsbedürftig sein. Aber dennoch zeigen sie eines ganz gut: Shuttleworth mag GNOME nicht, egal welches, dafür KDE, und die derzeitigen (!) Ubuntu-User mögen es anscheinend, aber KDE weniger als früher. Ist doch „herzerfrischend“, diese canonicalische Einheit von Distributor und User, oder was meint ihr? „Kanonikalisch“ heißen übrigens auch die Vorschriften der Kurie an die Katholiken, was diese gefälligst zu glauben und zu tun haben und was nicht! Ein Schelm, wer da irgendwelche Ähnlichkeiten vermutet…

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