Im zweiten Teil der Artikel-Serie Unity A-Z will ich näher auf die Eigenschaften und Möglichkeiten der Unity-Leisten (Panels) und des Dashs eingehen.

Die mit Ubuntu Natty erstmal für alle Ubuntu-Nutzer standardmäßig aktivierte Desktop-Oberfläche Unity wird die Benutzung des Betriebssystems verändern. Im Vergleich zur neuen GNOME Shell sind die Änderungen an der Oberfläche gemessen am klassischen GNOME-Desktop aber geradezu marginal. Selbst unbeholfene Benutzer werden sich schnell an die Neuerungen gewöhnen. Sollte das revolutionäre Konzept der GNOME Shell von der breiten Masse nicht angenommen werden, dürften sich die Bemühungen von Canonical möglicherweise ausgezahlt haben, etwas Eigenes zu entwickeln.

Die Seitenleiste (Launcher)

Die Leiste, die sich in der Nähe des linken Bildschirmrands befindet, enthält die Programm-Symbole und wird auch Launcher genannt. Auf Text-Beschriftungen wird verzichtet. So ähnlich macht es seit einiger Zeit auch Windows 7. Mac OS X-Nutzer kennen das Prinzip schon länger. Grundsätzlich wird nicht zwischen laufendem Programm oder nicht laufendem Programm unterschieden. Nur ein kleines, leuchtendes Dreieck an der linken Seite verrät, dass das Programm im Moment gestartet ist. Ein zweites Dreieck auf der rechten Seite deutet darauf hin, dass sich das Programmfenster aktuell im Fokus/Vordergrund befindet. Das führt dazu, dass sich Programme immer an derselben Stelle befinden und nicht hin und her wandern.

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Laufen mehrere Fenster einer Anwendung, werden diese automatisch gruppiert. Ein Klick auf das Symbol führt dazu, dass sich alle Fenster dieser Animation nebeneinander anordnen und man zwischen den beiden Fenstern wechseln kann.

Die Programmsymbole können beliebig angeordnet werden. Dazu muss das Symbol mit der Maus etwas nach rechts und dann nach oben oder unten gezogen werden. Die Symbole für Papierkorb, Arbeitsflächen, Anwendungen und Dateien sind statisch und können nicht bewegt werden.

Mit einem Rechtsklick auf ein Symbol können verschiedene Funktionen aufgerufen werden. So ist es möglich, etwa selten benutzte Programme aus der Leiste zu entfernen, Programm-spezifische Aufgaben auszuführen oder die Anwendung zu schließen.

Haben die Symbole in der Leiste nicht mehr Platz, „stapeln“ sich diese vertikal auf und verbrauchen so weniger Platz als ursprünglich. Fährt man nun mit der Maus auf diese gestapelten Symbole, klappen diese wieder auf und die Symbole werden in voller Größe angezeigt.

Die obere Leiste (das Panel)

Das Panel an der oberen Kante des Bildschirms hat mehrere unterschiedliche Funktionen. An der rechten Seite befinden sich die sogenannten Indicator Applets. Dazu gehört zum Beispiel die Uhr (Klick öffnet den Kalender), die Lautstärkeregelung (Klick öffnet verschiedene Regler und Musiksteuerung), oder das Menü zum Abschalten/Abmelden. Seltsamerweise ist in diesem Menü auch das Kontrollzentrum für den Desktop verknüpft. Ob dies der richtige Platz dafür ist? Ich persönlich finde es nicht störend. Allerdings weiß ich nicht, ob ich als Unwissender an dieser Stelle danach suchen würde.

Mit der oberen Leiste versucht Canonical in Zeiten von 16:9-Bildschirmen den vertikalen Platzverbrauch so weit wie möglich zu begrenzen. Beispielsweise integriert das Top-Panel bei den meisten Anwendungen das Menü des sich im Vordergrund befindlichen Programmes. Dieses ist aber standardmäßig ausgeblendet und nur dann sichtbar, wenn der Benutzer mit dem  Mauszeiger über das Panel fährt. Ansonsten wird der Name der Anwendung angezeigt. Bei maximierten Anwendungen geht man noch einen Schritt weiter, und fügt neben der Menüleiste auch die Titelleiste in das obere Panel mit ein, was bedeutet, dass sich Schließen/Minimieren/Maximierung aufheben-Knöpfe auch in das Top-Panel integrieren.

Der Ubuntu-Knopf links oben

Dieser verbindet Seiten- und Top-Panel und öffnet bei Klick das Unity-Dash. Von hieraus können Programme gestartet oder zur Seitenleiste hinzugefügt werden. Im Suchfeld kann nach Programmen gesucht werden. Dabei werden auch Programme angezeigt, die noch gar nicht installiert sind. Ein Klick auf das entsprechende Programm öffnet dann das Ubuntu Software-Center und die Anwendung wird zur Installation vorgeschlagen.

Ebenfalls in das Dash wurde die „Ausführen“-Funktionalität (Alt + F2) integriert. Drückt man die Tastenkombination, erscheint ein „Minimal-„Dash, in welchem nun wie gehabt Befehle eingegeben werden können. Dabei wurde das Ganze meiner Meinung nach ziemlich gut und optisch hübsch umgesetzt.

Manchmal erscheint der Ubuntu-Button der Seitenleiste blau. Dies deutet darauf hin, dass eine Anwendung die Aufmerksamkeit des Benutzers benötigt. Dieselbe Farbe färbt auch beispielsweise das Nachrichtensymbol in der oberen Leiste rechts ein, wenn eine neue Nachricht eingetroffen ist.

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4 Kommentare

  1. Pingback: Unity A-Z, Teil 1: Allgemeines und Technisches | picomol.de

  2. Moin,
    netter Artikel, hat mich nochmal auf manches aufmerksam gemacht. Um noch eine Kleinigkeit hinzuzufügen: Die Programmsymbole lassen sich auch verschieben, wenn man sie nach links zieht.
    Grüße

  3. Das werd ich morgen gleich mal ausprobieren. Ist mir noch nicht aufgefallen ;-).

  4. Ich zum Beispiel hab sie immer nach links gezogen und wusste noch gar nicht, dass es nach rechts auch geht! 😉

  5. es geht auch ohne nach links oder rechts schieben, einfach länger mit der maus gedrückt halten, dann kann man sie verschieben.

  6. Pingback: Yet another Jahresrückblick: picomol 2011 | picomol.de

  7. Pingback: Unity A-Z, Teil 4: Fazit und Aussichten | picomol.de

  8. Pingback: Unity A-Z, Teil 3: Unity nach eigenen Bedürfnissen anpassen | picomol.de

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