Da ich heute ein wenig Zeit dazu hatte, hab ich mir die aktuelle Daily Build der aktuellen Ubuntu-Entwicklerversion Natty Narwhal heruntergeladen. Mittels Live-USB hab ich das Ganze mal ausgetestet. Das Hauptaugenmerk lag dabei auf der neuen Desktop-Shell, Unity.

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Vorgehensweise: Daily Build Live-CD herunterladen, mittels UNetbootin Erstellung des Live-USB-Mediums, Starten des Computers von USB-Stick. Ein Bild sagt mehr als tausend Worte, von daher erstmal ein paar Screenshots.

Die Startansicht sieht freundlich und modern aus. Das Design gefällt mir irgendwie, es wirkt aufgeräumt. Die (wenigen) Anzeigefehler werden bis zur Final-Version sicher noch behoben.

Klickt man links oben auf das Startmenü, erscheint bisweilen noch Nautilus mit Programmverknüpfungen. Bis Ende April wird sich das sicher noch ändern. Der Programmstarter wurde wahrscheinlich noch nicht an Compiz angepasst.

In der Vollbildansicht wandern die Fensterknöpfe nach links oben neben den Startmenü-Button. Fährt man mit dem Mauszeiger auf die obere Leiste, wird der Name des Programms abgekürzt und das Menü, was bisher im Programmfenster zu finden war, angezeigt. Standardmäßig ist das Menü ausgeblendet und der Programmname wird in voller Länge angezeigt.

Die Expo-Ansicht der Desktops erscheint, wenn man auf das Arbeitsflächen-Symbol in der linken Unity-Leiste klickt. Das Ganze hat die typische Compiz Zoom-Animation, ruckelt jedoch noch etwas, wie der gesamte Desktop auch. Relativ neu in Unity ist es, durch Drag & Drop Programmverknüpfungen in der Leiste verschieben zu können. Das ganze wird nebenbei recht gut animiert, bringt im Moment Compiz aber relativ oft zum Absturz.

Nicht bei allen Programmen funktioniert das globale Menü. Bei Firefox wird das Menü, wie bisher auch, im Programmfenster angezeigt. Dies wird sich wahrscheinlich auch nicht mehr ändern. Allerdings dürfte es bei diesem speziellem Programm egal sein, da Firefox in Versionsnummer 4 ausgeliefert werden wird, bei welcher die Entwickler auf die Menüleiste von Haus aus verzichten wollen. Fraglich ist, wie und ob KDE-Programme an Unity angepasst bzw. integriert werden.

Auf das Benachrichtigungsfeld wird in Unity verzichtet. Ein Einbau ist bis zur finalen Version meinen Informationen zufolge auch nicht geplant. Es wird durchgehend auf Indicator-Applets gesetzt. Das bringt Einheitlichkeit, führt aber dazu, dass GNOME-Applets nicht mehr einfach so funktionieren werden.

Fazit: Man merkt Unity die noch geringe Entwicklungsdauer und -arbeit an. Noch fehlen viele Funktionen, es gibt große Performanceprobleme und stabil ist Unity noch lange nicht. Allerdings hat die Entwicklungsarbeit an Natty erst vor wenigen Monaten begonnen, bis April wird es also noch dauern und in etwa drei Wochen erscheint erst die zweite Alpha-Version. Trotzdem zeigen die Neuerungen bis jetzt bereits, dass Unity durchaus interessant werden könnte.

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15 Kommentare

  1. > Das bringt Einheitlichkeit, führt aber dazu, dass GNOME-Applets nicht mehr einfach so funktionieren werden.

    Das stellt eigentlich kein großes Problem dar, da mit GNOME3 und der GNOME-Shell es auch von der GNOME-Seite her keine klassischen Applets mehr geben wird.

    Das am meisten genutzte Applet in den letzten Jahren war die Uhr, gefolgt vom Benachrichtigungs-Applet. Alles andere wurde nur von einem sehr geringen Prozentsatz der Benutzer eingesetzt und wurde dementsprechend auch kaum noch weiterentwickelt.

  2. Die tollen Benachrichtungen fallen weg?????? gilt das dann auch bis 12.04 ???
    die indicatoren find ich beiweilen keine so tolle entwicklung wie die benachrichtungen, gerade wo immer mehr programme darauf setzen…

    versteh ich nich

  3. Wenn du die Popup Fenster meinst, die oben rechts erscheinen: die bleiben wie gehabt.

    Was glasen meinte war wohl die Systray, also der Bereich im Panel, in dem z.B. dein Xchat, Pidgin oder Skype Icon rumhängt. Der wird jetzt eben durch die Indikatoren ersetzt. Die Programme müssen zwar angepasst werden, aber es wird da keinen großen Unterschied geben, außer dass zB alle Messaging Sachen jetzt unter einem Menupunkt zusammengefasst werden

  4. > Standardmäßig ist das Menü ausgeblendet und der Programmname wird in voller Länge angezeigt.

    Bitte was? Ist das deren Ernst?
    Der DAU wird damit überfordert. Supporter sagt: „Gehe in das Menü“. Dau: „Welches Menü“. Supporter: „Das oben, was nicht gezeigt wird, außer man hält die Maus drauf….“
    Was hat das für ein Sinn?

  5. Wie das genau aussieht, siehst du hier: http://picomol.de/wp-content/uploads/Screenshot-31.png

    Hatte das Bild vergessen, auch hochzuladen. Wurde nachgetragen.

  6. ….Der DAU wird damit überfordert…..

    Warum benötigt man ein weiteres Betriebssystem für Daus ?

    Ich sehe keine großen Vorteile bei Gnome3 oder der Unity Variante.
    Zudem steht die Anpassung vieler Linux Programme noch fraglich im Raum , sollten wegen Unity viele KDE-Programme oder andere nicht mehr laufen ist das ganze für mich eher eine Fail Entwicklung.
    Eine weitere Fragmentierung des Linux Desktop bringt für alle eigentlich nur Nachteile, hier tut sich Ubuntu eher einen Bärendienst oder Kapselt sich weiter von dem Rest der Linux Welt ab.
    Ob sich Ubuntu damit Durchsetzt ist meiner Ansicht nach eher Fraglich, denn Desktop Design ist nicht alles.

    Viel Größere Erfolgchangen für Linux auf dem PC sehe ich bei Google und seiner Android Plattform wenn sie das Potenzial des OS für den Desktop entdecken würden und Android mit dem Chrome OS für den PC Verbinden würden?
    Nur leider trauen sie sich wohl nicht so recht dort herran, warum auch immer?

  7. > Warum benötigt man ein weiteres Betriebssystem für Daus ?

    Wenn Ubuntu ihrer eigenen Philosophie nachkommen will: Ja.

  8. Es gibt meiner Meinung nach unter den Linux-Distributionen eben viel zu wenige, die für DAUs gemacht wurden. Ubuntu ist eine der wenigen.

  9. Also ich daselbst finde Unity absolut müllig und hoffe nur, daß es weitere Ubuntu Vesrsioen mit Gnome geben wird.
    Gerade die Menüleisten oben und unten, sowie die schon mal nach Inhalten geordnete Programmstruktur im Startmenü bei Gnome gefallen mir sehr gut.
    Das Verschwinden der oberen Menüleiste, indem sie immer zur Menüleiste des aktiven vergrößerten Fensters wird, ist absolut dämlich, selbst wenns beim „Apfel“ so sein solte.
    Warum man nun gutes und pfiffiges ( Gnome ) dem „Fortschritt“ opfern soll, ist mir unverständlich.
    Meine eigene Programmiererfahrung hat mich gelehrt: „Nach optimal kommt beschissen“.

  10. Meiner Meinung nach wäre es insgesamt besser wenn es weniger von diesen Dau systemen geben würde , egal ob bei Windows , Linux oder OSX.
    Das sich anbiedern der Betriebssysteme an den Dümmsten, bringt er proprietäre Systeme deren Bedienung das Niveau einer Waschmashine gleicht , aber die Kreativität und Freiheit eines Computers erstickt.

  11. Es ist aber nunmal so, dass ein Computer für den Großteil der Menschen nichts weiteres als eine Waschmaschine ist. Er ist da um zu funktionieren und nicht um zu basteln.

    Für einen Nicht-Mechaniker soll ein Auto auch funktionieren und nicht 1000 Möglichkeiten bieten, wo er schrauben kann.

  12. Hallo ubukus! Ich finde es für solche Schlüsse noch zu früh. Klar, im Moment ist Unity „müllig“, allerdings sind wir auch noch einige Monate von der Veröffentlichung entfernt. Und auch das, wird nur der Anfang der Entwicklung sein.

    Ich finde aus Unity könnte was ganz schickes werden. Einfach mal abwarten und Tee trinken.

  13. Gerade das „Basteln “ und die Freiheit und Kreativität haben den Rechner zu dem gemacht was er heute ist.
    Wer würde wohl zuküftig ein Auto kaufen was wie auf Schienen fährt und dessen „Betriebssystem“ dem Fahrer Vorschreibt wie schnell er gerade fahren und wo Parken darf ect.?
    Dafür funktioniert das Auto und der Fahrer benötigt keinen Führerschein mehr.
    Wie er auch die Bedienung eines Rechners nicht mehr Erlernen will?

  14. Vielleicht ist es in 100 Jahren ja so. Keine Unfälle mehr, keine Verletzten, keine Tote?

    Es hat alles Vor- und Nachteile, aber beim Computer zwingt dich niemand den einfachen Weg zu gehen. Man kann es sich auch kompliziert machen, wenn man will. Was spricht also dagegen, wenn es einen einfachen Weg für die gibt, die es einfach wollen?

    Oder stells dir mal so vor. Wie sahen die Autos vor 30, 40 Jahren aus. Willst du dahin zurück?

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