19. Mai 2011 · 3 Kommentare · Kategorien: Open-Source · Tags: ,

Wie heute auf vielen Nachrichtenportalen veröffentlicht wurde, hat Android im ersten Quartal 2011 mit 36% Marktanteil deutlich die Marktführerschaft an verkauften Geräten übernommen. Das Smartphone-Betriebssystem lässt damit sowohl Symbian, als auch iOS, Blackberry und Windows Phone 7 mit Abstand hinter sich.

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In wenigen Jahren hat sich Android als Produkt für den Massenmarkt durchgesetzt. Das, was GNU/Linux seit Ewigkeiten nicht gelingen will, hat Android innerhalb weniger Jahre geschafft. Doch warum ist das so? Immerhin basiert Android auf dem Linux-Kernel, wie auch Linux-Distributionen den Kernel einsetzen. Was hat Android, was Desktop-Linux-Distributionen nicht haben? Dieser Frage will ich in diesem Artikel nachgehen.

Zur richtigen Zeit …

… mit dem richtigen Produkt … am richtigen Ort. Google hatte wieder mal den guten Riecher für die Sache. Im Sommer 2005 kaufte Google das im Herbst 2003 von Andy Rubin gegründete Unternehmen Android. Im Oktober 2008 wurde dann die erste Android-Version veröffentlicht. Genau zur richtigen Zeit, denn Apple veröffentlichte 2007 das erste iPhone und machte Touchscreen-Telefone damit tauglich für die breite Masse. Im Vergleich dazu hatten es Linux-Distributionen immer schwer, da es mit Windows und Macintosh bereits zwei große Betriebssysteme gab, die sich etabliert hatten.

Große Firmen mit viel Geld

Hinter der Entwicklung von Android steht die Open Handset Alliance. 80 Mitglieder zählt die OHA, darunter Netzbetreiber (T-Mobile), Software-Firmen (Google), Marketing-Unternehmen, Unternehmen aus der Halbleiterindustrie (Nvidia, Qualcomm), sowie Geräte-Hersteller (Samsung, HTC, LG). Was Linux also seit Anbeginn an fehlt, ist hier reichlich vorhanden: Finanzielle Mittel und Man-Power für die Entwicklung.

Schwächelnde Konkurrenz

Der seit vielen Jahren führende Mobiltelefon-Hersteller Nokia hat eindeutig den Trend verschlafen und die Zeit der Smartphones nicht kommen sehen. Man hat sich auf den eigenen Lorbeeren ausgeruht oder einfach in die „falsche“ Richtung hin entwickelt. Heute hat Nokia ziemlichen Rückstand auf Android und iOS.

Zu teure Konkurrenz

Auch wenn iPhones von Mobilfunkanbietern seit jeher subventioniert werden, bleiben sie trotzdem ein teures Vergnügen. Android schließt vor allem die Marktlücke der Mittelklasse- und Billig-Smartphones. Hätte Apple von Anfang an auch günstigere iOS-Produkte angeboten: Wer weiß, ob sie der Konkurrenz nicht ein für allemal einen Schritt voraus gewesen wären.

Fokus auf Endverbraucher

Die Linux-Entwicklung zielte sehr lange nicht auf den privaten Endverbraucher ab. Firmen wie Red Hat oder Novell entwickelten hauptsächlich für Firmen, da sie dort das meiste Geld erwarteten. Erst mit dem Einstieg von Canonical in den Distributions-Pool fokussierte eine Firme alle ihre Mittel in die Entwicklung eines Systems für „Normalos“.

Sicher gibt es noch ein paar andere Gründe, warum Linux nie mehr als eine Nische ausfüllte. So werden zum Beispiel in einem mobilen Betriebssystem keine komplexen Office-Programme oder topaktuelle 3D-Games benötigt. Die Anforderungen an Programme sind niedriger, die Entwicklung vielleicht einfacher.

Und sonst? Was fällt euch ein? Welche Ereignisse haben dazu geführt, dass Android heute so verbreitet ist?

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3 Kommentare

  1. Florian Greinus

    Ich finde alleine auch schon die überragende Kompabilität (z.T. natürlich auch durch den Linux-Kernel) von Android bemerkenswert.
    Android läuft auf vielen Geräten, es gibt zig Portierungsprojekte. iOS läuft auf dem iPod Touch (kein Smartphone) und auf dem iPhone (sehr teuer).
    Das ist ein weiterer ganz klarer Vorteil (entschuldige wenn du das schon genannt hast, konnte mich nicht mehr daran erinnern da ich den Artikel heute mittag gelesen habe ^^)

  2. Android hätte sicher das Zeug die bisherigen Linux Distributionen (einschließlich Ubuntu ) vom Platz zu Fegen, wenn es auf den Desktop kommen würde? … aber wird das Tablet nicht der neue Desktop und damit auch Android irgendwann neben Windows Gleichberechtigt?

    Ubuntu wollte einmal sein was Android geworden ist, nur leider beschäftigt man sich dort nur noch mit sinnfreien Desktop Spielereien, statt mit guten Treibern oder Anwendungen ganz zu Schweigen von Smartfon oder Tablet Versionen?
    Bei Linux herrscht leider immer mehr Stillstand oder Streitereien, für Android wird fleißig Entwickelt und sogar gut damit Verdient.

  3. Ich bitte euch nicht zu vergessen das für die Grafikbeschleunigung unter Linux (Ubuntu, Fedora, Suse und wie sie nicht alle heißen.) auch Treiber benötigt werden und die Hersteller der Hardware diese entweder nicht freigeben oder den nicht im Traum dran denken das Codern der Quellcode teilweise schon reichen würden was dazu führt das Spiele nicht richtig laufen und die Spiele Hersteller Gar nicht erst auf diese Plattform eingehen und jetzt kommt der Witz ihr werdet wirklich lachen aber laut aussage von dem Abteilungsleiter der Software Abteilung von Nvidia Zitat:“Es gibt für Linux keine Games die eine Grafikbeschleunigung benötigen und so lange sich das nicht ändert sehe ich nicht ein das Unsere Abteilung Treiber für eine Tote Plattform schreibt.“ auf die frage wieso sie denn den Quellcode nicht freigeben kam dann folgende aussage die ich mehr als beleidigend fand:“Das wäre ja so als wenn ich Kleinen Kinder ein paar geladenen Waffen gebe und darauf hoffe das sie sich nicht abknallen ich meine mal warum sitzen diese ganzen Idioten die an diesem billigen OS Coden denn zu hause und leben von Harz 4 mit Sicherheit nicht weil sie das was sie machen gut können.“
    Und nun so viel zu dem Thema also das liegt sicher nicht am OS sondern an der Hardware bzw. an den nicht vorhandenen Treibern und bitte wenn jetzt jemand mit einen Kommentar bezüglich Nativer Treiber kommen will Spar dir die 3 Minuten deines Lebens denn Native Treiber sind nicht ein mal im Ansatz eine alternative.

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