Ich bin eigentlich ein großer Fan von derStandard.at, da die Artikel dort normalerweise ziemlich gut und aktuell sind. Heute ließen sich die Autoren aber mal zu einem wirklich seltsamen Artikel hinreißen. Unter dem Titel „Unbeliebt: Ubuntu verliert rasant an Popularität“ bezogen sich die Schreiber auf die Tatsache, dass Linux Mint momentan die Rangliste auf distrowatch.com anführt.
Leider sagt das Ranking auf distrowatch weder was über die Anzahl der Nutzer, noch über deren Zufriedenheit aus. Die Rangliste zeigt lediglich, wie oft die Distrowatch-Seite einer Distribution in letzter Zeit angeklickt wurde. Besonders oft angeklickt werden natürlich Seiten von Distributionen, die derzeit irgendwie im Gespräch sind, bzw. über die man sich informieren will.

Linux Mint ist aus verständlichen Gründen derzeit in aller Munde. Schließlich wird die neue Version 12 (Lisa) innerhalb der nächsten Tage oder Stunden offiziell veröffentlicht werden. Außerdem erhoffen sich einige Nutzer eine bessere GNOME-Integration, als es in Ubuntu Oneiric der Fall ist. Auch Benutzer, die mit Unity Probleme haben, werden sich mit hoher Wahrscheinlichkeit Linux Mint mal ansehen, da man dort auf Unity als Oberfläche verzichten will. Ich habe heute bereits einen Artikel zu Linux Mint geschrieben und war alles andere als begeistert.
Ich finde es etwas seltsam, dass sich derStandard.at zu einem solchen Artikel hat hinreißen lassen. Das passt eigentlich nicht zur ansonsten sehr seriösen Berichterstattung.
Update: Golem hat sich dem Thema jetzt auch angenommen und ebenfalls einen Artikel über die sinkende Popularität von Ubuntu geschrieben. Danke Jakob für den Hinweis.

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