Wie heute auf vielen Nachrichtenportalen veröffentlicht wurde, hat Android im ersten Quartal 2011 mit 36% Marktanteil deutlich die Marktführerschaft an verkauften Geräten übernommen. Das Smartphone-Betriebssystem lässt damit sowohl Symbian, als auch iOS, Blackberry und Windows Phone 7 mit Abstand hinter sich.
In wenigen Jahren hat sich Android als Produkt für den Massenmarkt durchgesetzt. Das, was GNU/Linux seit Ewigkeiten nicht gelingen will, hat Android innerhalb weniger Jahre geschafft. Doch warum ist das so? Immerhin basiert Android auf dem Linux-Kernel, wie auch Linux-Distributionen den Kernel einsetzen. Was hat Android, was Desktop-Linux-Distributionen nicht haben? Dieser Frage will ich in diesem Artikel nachgehen.
Zur richtigen Zeit …
… mit dem richtigen Produkt … am richtigen Ort. Google hatte wieder mal den guten Riecher für die Sache. Im Sommer 2005 kaufte Google das im Herbst 2003 von Andy Rubin gegründete Unternehmen Android. Im Oktober 2008 wurde dann die erste Android-Version veröffentlicht. Genau zur richtigen Zeit, denn Apple veröffentlichte 2007 das erste iPhone und machte Touchscreen-Telefone damit tauglich für die breite Masse. Im Vergleich dazu hatten es Linux-Distributionen immer schwer, da es mit Windows und Macintosh bereits zwei große Betriebssysteme gab, die sich etabliert hatten.
Große Firmen mit viel Geld
Hinter der Entwicklung von Android steht die Open Handset Alliance. 80 Mitglieder zählt die OHA, darunter Netzbetreiber (T-Mobile), Software-Firmen (Google), Marketing-Unternehmen, Unternehmen aus der Halbleiterindustrie (Nvidia, Qualcomm), sowie Geräte-Hersteller (Samsung, HTC, LG). Was Linux also seit Anbeginn an fehlt, ist hier reichlich vorhanden: Finanzielle Mittel und Man-Power für die Entwicklung.
Schwächelnde Konkurrenz
Der seit vielen Jahren führende Mobiltelefon-Hersteller Nokia hat eindeutig den Trend verschlafen und die Zeit der Smartphones nicht kommen sehen. Man hat sich auf den eigenen Lorbeeren ausgeruht oder einfach in die „falsche“ Richtung hin entwickelt. Heute hat Nokia ziemlichen Rückstand auf Android und iOS.
Zu teure Konkurrenz
Auch wenn iPhones von Mobilfunkanbietern seit jeher subventioniert werden, bleiben sie trotzdem ein teures Vergnügen. Android schließt vor allem die Marktlücke der Mittelklasse- und Billig-Smartphones. Hätte Apple von Anfang an auch günstigere iOS-Produkte angeboten: Wer weiß, ob sie der Konkurrenz nicht ein für allemal einen Schritt voraus gewesen wären.
Fokus auf Endverbraucher
Die Linux-Entwicklung zielte sehr lange nicht auf den privaten Endverbraucher ab. Firmen wie Red Hat oder Novell entwickelten hauptsächlich für Firmen, da sie dort das meiste Geld erwarteten. Erst mit dem Einstieg von Canonical in den Distributions-Pool fokussierte eine Firme alle ihre Mittel in die Entwicklung eines Systems für „Normalos“.
Sicher gibt es noch ein paar andere Gründe, warum Linux nie mehr als eine Nische ausfüllte. So werden zum Beispiel in einem mobilen Betriebssystem keine komplexen Office-Programme oder topaktuelle 3D-Games benötigt. Die Anforderungen an Programme sind niedriger, die Entwicklung vielleicht einfacher.
Und sonst? Was fällt euch ein? Welche Ereignisse haben dazu geführt, dass Android heute so verbreitet ist?

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