Wer schon einmal einen eigenen Blog gestartet hat, kennt das Problem: Man schreibt regelmäßig neue Artikel, über Wochen und Monate, doch irgendwie scheinen diese niemanden zu interessieren. Kaum Klicks, keine Kommentare. Für wen schreibe ich also?
Durch solche Phasen geht wohl jeder Blog mal. Da heißt es dann geduldig bleiben und Motivation hochhalten. Leider haben sehr viele Blogger nicht so viel Geduld und verlieren ihre anfangs große Motivation nach einigen Monaten. Enttäuscht hören sie mit dem Bloggen auf und kehren der eigenen Seite den Rücken zu.
Dabei liegt es oft nicht an uninteressanten Artikeln, einem schlechten Schreibstil oder mangelnder Aktualität sondern einfach daran, dass den Blog niemand kennt. Kein Mensch kennt ihn. Wie sollte er auch drauf kommen? Und selbst wenn nach einiger Zeit Google einem ein paar Besucher beschert – die sind meist so schnell wieder weg, wie sie gekommen sind. Nur ein winziger Bruchteil der Google-Besucher wird zur Stammleserschaft.
Hobbyblogger können mit den Großen nicht mithalten …
… zumindest wenn es um die Quantität und Regelmäßigkeit von Artikeln geht. In kommerziellen Nachrichtenseiten arbeiten bezahlte Journalisten, die den gesamten Arbeitstag damit verbringen können, Nachrichten zu verfassen. Blogs sind in den meisten Fällen Ein-Mann/Frau-Projekte. Klar, dass Betreiber kleinerer Blogs da nicht mithalten können.
Große OpenSource-Blogs sind Mangelware
Noch schwieriger scheint es im Bereich OpenSource zu sein. Größere Blogs kann man wohl an einer Hand abzählen. Es gibt sehr viele kleine Blogs, doch erreichen diese meist nicht eine kritische Masse an Lesern.
Blogger suchen das Heil in Planeten
Blogger, die über freie Software schreiben, treten häufig sogenannten Planeten, also Feed-Aggregatoren, bei. Beispiele für solche Planeten sind planet.ubuntuusers.de, planet.debianforum.de oder planet.gnome.org. Ich war da auch mal drinnen, bin davon nach einiger Zeit aus verschiedenen Gründen wieder ausgetreten.
In solchen Planeten ist es meist verboten, Artikel nur anzureißen. Vollständige Artikel müssen im Planeten angezeigt werden. Folge: Nur ein gewisser Bruchteil der Nutzer besucht tatsächlich die Seite. Das sind meist die, die einen Kommentar abgeben wollen oder die, die die Kommentare anderer lesen wollen. Reine Artikelleser landen praktisch nicht im Blog des Autors.
Obwohl ein Blog über einen Planeten also sehr viele Leute erreicht, hat er es schwer, mit der Zeit zu wachsen. Die Größe der Stammleserschaft ändert sich kaum. Gleichzeitig ist der Blogger vom Planeten selbst abhängig und muss sich dessen Regeln beugen. Über dieses schwierige Thema habe ich vor einiger Zeit schon ein ausführlicheres Statement abgegeben.
Blogs verbinden, aber ohne Abhängigkeit
In meinem Kopf schwirren schon seit längerer Zeit etwas wirre Gedanken herum, die sich damit beschäftigen, wie man mehrere kleine Blogs zu einem größeren Blognetzwerk verknüpfen könnte. Das Konzept müsste natürlich irgendwie so aufgebaut sein, dass alle, die dabei mitmachen, einen Nutzen davon haben.
Gleichzeitig sollen sich mitmachende Blogs aber nicht abhängig vom Blognetzwerk werden. Sie sollen davon profitieren, aber ihre Freiheit behalten. Zuallererst: Nein, einen konkreten Plan, wie man das Ganze am besten umsetzt, habe ich noch nicht. Aber ich hoffe jetzt einfach mal ganz naiv, dass in den Kommentaren da das ein oder andere an Vorschlägen zusammenkommt.
Was eine Rolle in dem Ganzen Zauber spielen könnte wäre die Newsticker-Seite ubuntunews.de. Wie die meisten Leser hier wahrscheinlich wissen, habe ich vor wenigen Tagen eine Miniversion davon zur Verfügung gestellt, sodass diese auf anderen Seiten, zum Beispiel in Sidebars von Blogs, eingebunden werden kann. Einige habe das Ding auch schon eingebaut. So habe ich das Widget zum Beispiel auf Linux und Ich sowie HalloUbuntu bemerkt.
Nun könnte ich mir vorstellen, einen weiteren Ticker anzubieten, mit dem Unterschied zum jetztigen, dass ausschließlich Artikel kleinerer, privater Blogs darin auftauchen und Artikel großer Newsseiten draußen bleiben würden. Das allein wird aber nicht reichen, um die OpenSource-Bloggergemeinschaft gut genug zu verbinden.
Jetzt seid ihr dran
Wie gesagt, ein konkretes Konzept habe ich noch nicht. Ich weiß allerdings, dass der ein oder andere Blogger bei mir mitliest. Schreibt was ihr denkt. Schreibt, falls ihr das alles als sinnlos erachtet und schreibt vor allem, wenn ihr irgendeine Idee dazu habt, wie man das Ganze umsetzen könnte.
Update: Einen ersten Zwischenstand bzw. eine kurze Zusammenfassung der Diskussion.
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